Faktor-Zertifikate einfach erklärt – Trade Republic und Scalable Capital Derivate berechnen

Ich erkläre dir was ein Faktor-Zertifikat und ein Faktor-Optionsschein ist und wie man diese berechnet. Anhand von praktischen Beispielen und Tipps zeige ich dir, wie ich Produkte einfach, schnell und zuverlässig auswähle. Zudem gehe ich auch explizit auf Risiken und Verlustmöglichkeiten ein. Du kannst mit diesen Derivaten erhebliche Gewinne erzielen, aber auch einen Totalverlust erleiden.

Trade Republic *

Scalable Capital Depot *

Finanzen.net Zero Depot *

Inhalt des Videos:

Faktor-Zertifikat und Faktor-Optionen-Schein einfach erklärt. In diesem Video zeige ich dir, was ein Faktor-Optionen-Schein ist, welche Fallen es gibt, wofür du ihn benutzen kannst und natürlich auch, wie du diesen richtig berechnest. Los geht’s!

Hallo und herzlich willkommen bei Finanzimpuls. Ich bin Alex und wir steigen hier gleich mal in die Thematik ein und klären die Frage, was ist ein Faktor-Option-Schein bzw. ein Faktor-Zertifikat? Zunächst einmal ein kurzer Risiko-Hinweis. Dies ist keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung. Faktor-Zertifikate können für hohe Gewinne sorgen, aber auch ein Totalverlust ist möglich. Schau dir gerne wichtige Teile dieses Videos wiederholt an. Es geht um dein Geld, welches du vermehren, aber auch verlieren könntest und wir steigen hier mal in die Sachlage ein. Zunächst einmal handelt sich hier um ein Hebelprodukt. Hebelprodukte sind bekannt dafür, dass sie relativ stark schwanken, stärker als der Basiswert. Und zwar ist ein Faktor-Zertifikat ein Hebelprodukt auf ein Basiswert. Der Basiswert ist der zugrunde liegende Wert, das kann zum Beispiel eine Aktie, ein Index oder ein Rohstoff sein. Man kann Long und Short gehen, Long gehen heißt auf steigende Kurse setzen und dafür profitieren. Short gehen heißt, dass man auch von fallenden Kursen profitieren kann. Das Faktor-Zertifikat oder der Faktor-Option scheinend ähnelt einem Minifuture oder ein CO-Zertifikat. Es gehört zur Gruppe der Derivate und ist damit für Spekulation geeignet, aber eher nicht als langfristiges Investment. Es geht hier um Faktor-Zertifikate oder auch Faktor-Option-Scheine. Heute wird immer häufiger der Begriff Faktor-Option-Schein benutzt, obwohl beide Produkte in der Regel komplett identisch sind. Das sagen auch die Mitten, die herausgeber, dass die einfach nur häufig den Namen geändert haben. Ein Faktor-Option-Schein oder ein Faktor-Zertifikat ist geeignet für kurzfristige Spekulation, eher für einen Tag oder für wenige Tage und der riesige Vorteil ist, er ist sehr einfach zu berechnen. Das machen wir dann später auch noch. Es gibt auch noch Options-Scheine. Der Faktor-Option-Schein und der Option-Schein haben nicht viel miteinander gemeinsam. Option-Scheine sind auch eher für eine mittelfristige Spekulation geeignet, das heißt für einige Tage oder auch einige Monate. Der ist aber deutlich schwerer zu berechnen und der Einsatz ist einfach hier ziemlich unterschiedlich. Als nächstes machen wir mit einigen Details zum Faktor-Zertifikat weiter. Es ist eine Inhaber-Schuld Verschreibung. Wie lässt sich das definieren? Eine Inhaber-Schuldverschreibung verbrieft ihren Besitzern eine Forderung, die diese gegenüber dem Emittenten haben. Die Inhaber wären nicht namentlich genannt. Die leichte Übertagbarkeit der Forderung macht die Schuldverschreibung bürsenfähig. Anleihen, Zertifikate und ETCs, also Produkte auf Rohstoffe, sind rechtlich zum Beispiel Inhaber-Schuldverschreibung. Der Vorteil bei diesem Faktor-Option-Schein, ich wechsel hier mal die Begriffe durch, ist eine unbegrenzte Laufzeit. Du kannst aber dieses Produkt in der Regel zu den üblichen Handelszeiten das Produkt verkaufen. Der Emittent hat aber auch das Recht, dieses Produkt zu kündigen, ansonsten ist die Laufzeit nicht begrenzt. Es gibt keine Knockout oder Ko-Schwelle bzw. Strike wie beim Ko-Zertifikat. Außerdem ist das Produkt einfach zu verstehen, einfach zu berechnen und es ähnelt auch Hebel-ITFs. Dazu habe ich ja auch schon mal ein ausführliches Video gemacht. Häufig sind hier auch Faktoren von 2 bis 25 verfügbar und anzutreffen.

Okay, okay, aber wie genau funktioniert ein Faktor-Zertifikat nun aber in der Praxis? Als allererstes beschreibe dein Ziel. Ich habe hier mal ein Beispiel rausgesucht, das könntest du auch so für dich formulieren. Ich setze darauf, dass der Nes-Dec 100 kotzfristig um 5 % steigt. Ich möchte gerne durch diese Spekulation mit 1000 Euro ein Gewinn von 500 Euro erzielen. Das ist also die Aussage, auf die ich spekulieren möchte und wie viel Gewinn ich als Zilier vorgebe. Und jetzt wähle ich dazu das richtige Faktor-Zertifikat aus. Zunächst mal haben wir hier ein Basiswert, das ist relativ einfach, das ist der Nes-Dec 100. Ich spekuliere hier auf steigende Kurse, das heißt ich nehme hier ein Long-Zertifikat. Außerdem die Zielrendite, ganz ganz wichtig, ich möchte gerne aus 1000 Euro, 1500 Euro machen, 500 Euro Differenz, das sind dann 50 %, das kann ich auch im Kopf ausrechnen und die Rendite des Basiswerts sind 5%, das sind alles Zahlen, die aus der Vorhierigen Aussage sich ziemlich einfach herausdistillieren lässt. Wie berechne ich jetzt den Faktor? Ich teile 50 % durch 5 % also meine Zielrendite durch die Rendite des Basiswerts, die ich annehme. Da komme ich auf ein Faktor von 10 und 10 ist dann demnach hier mein Hebelfaktor, also der Faktor Hebelfaktor oder Multiplikator, das ist dann quasi die eine Zahl, die dann in der Regel gemeint ist. Wichtig ist auch, aus einem Prozent wären bei einem Faktor von 5, dann 5 %, bei einem Hebel von 10, dann 10 %. Fehlt der Basiswert zum Beispiel um 1%, dann wird auch dein Zertifikat um 5 bzw. 10 % fallen, das bedeutet der Hebel, dieses Zertifikats wirkt immer auch in beide Richtungen und kann somit auch gegen dich laufen. Also alles ganz easy und einfach zu berechnen? Naja, nicht ganz und jetzt wird es ein kleines bisschen komplizierter.

Und zwar gehen wir einmal auf die Kosten ein. Als erstes gibt es hier den Spread, auf den du auf jeden Fall achten solltest. Der Spread ist der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufkurs bzw. Preis des Zertifikats. Dieser kann in volatilen Marktphasen oder auch bei selten gehandeltem Basiswerten relativ hoch sein, manchmal auch ziemlich hoch. Da solltest du auf jeden Fall darauf achten, das ist die Kostenfalle Nummer 1. Hier ist auch meist die Ursache zu finden, für zu hohe Kosten. Als nächstes hast du dann die Handelsgebühren deines Brokers, zum Beispiel bei Trader Public hast du 1 € pro Handel, bei Scalver Capital kannst du ab 250 € pro Trade kostenlos handeln. Wenn du den Prime Broker für 2,99 € im Monat hast, links zu Bein Broker gibt es unten in der Videobeschreibung. Diese Bein Broker benutze ich auch privat. Zinsen für die Halte Dauer wären ebenso fällig. Diese wären zum Beispiel berechnet, kurzfristiger Eurozinssatz plus 0,1%. So berechnet das zum Beispiel ein Imitant, das kann aber auch abweichend sein. Auf jeden Fall für die Halte Dauer hast du auch noch Zinsen in diesem Produkt.

Der Hebel wird täglich neu justiert und berechnet. Ein Hebel von fünf ist auch am nächsten Tag wieder ein Hebel von fünf, der wird also resetted, wenn man denn so möchte. Die Berechnung ist hier über einige Tage hinweg etwas komplexer. Dies wird wie bei Hebel-ITF berechnet. Dazu hatte ich ja wie schon gesagt ein Video mit Beispielen und Berechnungen erstellt. Das habe ich dir auch unten in der Beschreibung entsprechend verlinkt. Durch diese Abhängigkeit von dem Basisprodukt hat man eine Pfadabhängigkeit, ändert sich das Basisprodukt, ändert sich dein Zertifikat mit dem entsprechenden Hebel wie das Basisprodukt. Vorteil ist, es gibt dir einen Zinsesins-Effekt, wenn das Zertifikat für dich läuft. Aber wenn das Zertifikat gegen dich läuft oder vor allem auch in Seitwärtsphasen, dann hast du eher mit Verlusten zu rechnen. Da ist dieses Zertifikat nicht so optimal für geeignet. Meiner Meinung nach aber musst du den Verlauf nur grob abschätzen und das Prinzip dieses Produkts verstehen. Eine genaue Berechnung kann man ohnehin nicht vornehmen, da man nicht weiß, wie exakt sich der Basiswert entwickeln wird. Daher ist diese grobe Abschätzung meiner Meinung nach der beste Weg.

Und als nächstes bist du dran. Und zwar, welches Faktor Zertifikat würdest du hier benutzen? Ich gehe davon aus, dass der DAX um 10% fallen wird. Ich möchte gerne 500 Euro Gewinn erzielen und ich kann mit 1250 Euro spekulieren. Mach das Video kurz auf Pause und überleg dir mal welches Produkt du auswählen würdest. Ich fahre hier gleich mal fort, hier oben siehst du nochmal die Aussage und als erstes haben wir ja hier oben den Basiswert. Was ist der Basiswert? Das ist hier der DAX. Das ist nicht so unfassbar schwer. Welche Strategie würdest du hier einschlagen? Du wettest auf fallende Kurse. Um mit fallenden Kursen Gewinn zu erzielen, bräuchtest du Strategie Short, also ein Short Zertifikat. Wie sieht es jetzt mit deiner Zielrendite aus? Ergebnis 40%. Also aus 1250 Euro sollen 1750 Euro werden. Also 500 Euro Gewinn willst du ja erzielen und ich habe hier die Berechnung nochmal aufgeschrieben, wie du auf diese 40% dann kommst und die Rendite des Basiswerts sind in diesem Fall -10%, da du aber ein Short Produkt hast. Hast du ja eine Rendite von 10%, die du grundsätzlich erstmal aufgrund des Basiswertes hast. Wie berechnest du jetzt das Ganze? Das ergibt sich ja quasi, weil die Formel da schon steht. Du hast die 40% geteilt durch 10% Rendite des Basiswerts. Das heißt du bräuchtest dir einen Faktor bzw. Hebelfaktor von 4 und das Ganze kann man natürlich hier in diesem Beispiel schon im Kopf umgedreht rechnen. 10% Rendite beim Basiswert, mal 4. Damit komme ich auf die 40%. Das heißt das Ganze kannst du auch rückwärts berechnen. Das ist jetzt hier ein ziemlich einfaches Beispiel gewesen.

Aber natürlich gibt es auch hier kein Free Lunch, also kein Gewinn ohne Risiko. Welche Risiken gibt es bei Faktor-Zertifikaten? Das Risikomanagement macht den Unterschied. Du solltest dir bewusst sein, dass der Hebel in beide Richtungen wirkt. Läuft der DAX um 10% gegen dich bei einem Hebel von 4, dann wirst du 40% Verlust einfahren. Außerdem ist der Emittent pleite, ist dein Zertifikat oft nicht abgesichert und dein Geld kann dann weg sein. Der Emittent ist der Anbieter, dein Vertragspartner des Faktor-Zertifikats. Außerdem haben solche Faktor-Optionscheine die höchste Risikoklasse. Jedoch hast du keine Nachschusspflicht. Das heißt du kannst maximal dein Einsatz verlieren. Außerdem vom Hebel natürlich abhängig gibt es generell eine hohe Vulatilität dieser Produkte. Diese ganzen Punkte solltest du auf jeden Fall wissen und berücksichtigen.

Als nächstes gibt es von mir nun einige Tipps meiner Erfahrung aus der Praxis und was ich dir grundsätzlich empfehlen würde. Beobachte zunächst die Faktor-Zertifikate über ein bis fünf Tage, damit du ein Gefühl für die Schwankung und dein definiertes Ziel bekommst. Definiere dein Ziel und schau dann was das Produkt macht. Setze dir einige Zertifikate auf die Watchlist und prüfe ob deine Erwartung erfüllt wird. Gehe zunächst kleinere Position ein. Rechne mit einem Totalverlust. Nutze also nur Geld was du auch bereit bist zu verlieren. Liest dir außerdem mal ein Basis-Informationsblatt eines Anbieters durch. Das sind nur wenige Seiten und du hast direkte Informationen von deinen Vertragspartner. Das dauert auch nur wenige Minuten und versorg dich oft mit noch weiteren wichtigen Informationen. Ein Zitat was mir so aus der Praxis hängen geblieben ist. Wo ich wirklich sagen muss, da ist viel Wahres dran, ist hier von André Costolani, dass wie folgt lautet spekulieren kann jeder es zur richtigen Zeit zu tun. Das ist die Kunst. Also bei diesen Produkten ist Timing ein ganz ganz wichtiger Bestandteil. Hast du noch Fragen? Ab in die Kommentare damit. Ansonsten wünsche ich dir viel Erfolg und guter Rendite und bis zum nächsten Video. Ciao! Ciao.

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