Die App von finanzen.net zero * sieht auf den ersten Blick aus wie jeder andere Neobroker. Depotwert oben, Positionen darunter, kaufen ganz unten. Im Alltag entscheidet aber nicht das Icon-Design, sondern ob du in 20 Sekunden findest, was sich in deinem Depot gerade bewegt – und was eine Order wirklich kostet. Ich gehe in diesem Artikel mein echtes Depot durch, so wie im Video vom 09.09.2026, und zeige dir die Funktionen, die ich selbst nutze.
finanzen.net zero Depot *
Trade Republic *
Scalable Capital Depot *
Das zugehörige Video findest du hier:
Kurzfassung, falls du nicht alles lesen willst
- finanzen.net zero * ist der Neobroker hinter dem Portal finanzen.net. Depotbank ist die Baader Bank, Handelsplatz für Aktien und ETFs ist gettex.
- Einzelorder: 0 € ab 500 € Volumen, 1 € darunter. Sparpläne in der Regel 0 € ab 1 € Rate – ohne den 1-€-Zuschlag der Mini-Order.
- Stärken der App: Filter nach Wert, Volatilitätsalarme, Dividenden historisch und als Prognose, KI-Zusammenfassung zu Einzelaktien, Timeline mit Käufen, Verkäufen und Dividenden.
- Schwächen: Charts auf dem Handy sind mittel, Cash wird nicht verzinst, es gibt nur einen Handelsplatz, Derivate habe ich dort kaum genutzt.
- Ich nutze das Depot seit Jahren für Einzelaktien, typischerweise als Einmalkauf ab 500 €. Für den reinen ETF-Sparplan tut es der Broker ebenfalls – dann zählt vor allem die kostenlose Ausführung.
Was finanzen.net zero * eigentlich ist
Viele kennen finanzen.net als Kurs- und Newsseite. Der Broker finanzen.net zero * sitzt daneben: gleiches Ökosystem, eigene App, eigenes Depot. Technisch läuft die Depotführung über die Baader Bank. Die Wertpapiere sind Sondervermögen. Guthaben auf dem Verrechnungskonto fällt unter die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €.
Gehandelt wird nicht an zehn Börsen gleichzeitig. Aktien, ETFs und Fonds gehen über gettex, den elektronischen Handelsplatz der Börse München. Das ist bewusst schlank. Du bekommst dafür eine Preisliste, die auf eine Serviette passt – und du verzichtest auf Xetra, Tradegate oder US-Börsen im eigenen Namen.
„Je größer der Spread ist, desto illiquider ist der Markt und der Handel wird teurer.“
Auch bei 0 € Ordergebühr zahlst du den Spread. In der App siehst du Geld- und Briefkurs direkt in der Orderstrecke. Das ist keine Kleinigkeit. Eine Market-Order in einem dünn gehandelten Papier nach 21 Uhr kann teurer werden als der eine Euro, den du unter 500 € sparst. Welche Orderart wann Sinn ergibt, habe ich ausführlicher unter Orderarten bei Trade Republic beschrieben – die Logik gilt brokerübergreifend.
Für wen dieser Rundgang gedacht ist
Zwei Gruppen sitzen vor demselben Bildschirm:
- Du hast finanzen.net zero * schon und willst die App nicht nur zum Kaufen benutzen.
- Du vergleichst Neobroker und willst vor der Eröffnung sehen, wie sich ein echtes Depot anfühlt – nicht die Marketing-Screenshots.
Mein Depot im Video lag bei knapp 15.000 €. 100 % Aktien, Cash zeitweise −34 €, weil ein Rest vom Wertpapierkredit offen war. Performance auf die Einlagen seit Depotstart: 43 %. 213 Trades insgesamt, davon 135 Käufe und 78 Verkäufe – im letzten Jahr nur noch 14 Trades. Das ist kein Trading-Konto. Es ist ein langfristiges Einzelaktiendepot, in das ich ab und zu nachlege.
Im Nachhinein ist man immer schlauer. Die 43 % sagen nichts darüber, ob du denselben Weg gehen solltest. Sie sagen nur: Die App, die ich dir zeige, ist keine Demo.
Die Depotübersicht: zuerst der Blick von oben
Oben steht der Depotwert, daneben Zeitraum und Tagesveränderung. Darunter Cash und – falls du einen Rahmen beantragt hast – der genutzte Kredit. Bei mir waren das genau jene 34 €, die nach einem Kauf ohne ausreichendes Guthaben übrig blieben. Das Geld war später überwiesen, ein kleines Delta blieb. Unschön, aber ehrlich: So sieht ein benutztes Depot aus, nicht ein aufgeräumtes Werbekonto.
Unter Wertpapiere liegen die Positionen. Standardmäßig wirkt die Liste wie bei Trade Republic * oder Scalable Capital *: Name, Kurs, Plus oder Minus. Der Unterschied sitzt oben rechts hinter Ansicht und Filtern.
Filtern und sortieren – die Funktion, die viele Apps nicht so haben
Du entscheidest selbst, welche Spalten du siehst:
- Wert heute in Euro
- Wert insgesamt in Euro
- Wert insgesamt in Prozent
- Gesamtwert der Position
- optional die Stückzahl
Sortieren kannst du alphabetisch, nach Performance oder nach Wert. Ich habe nach Wert absteigend sortiert. Oben liegt die größte Position, unten der Kleinkram, den ich nicht jede Woche anfassen muss.
Klingt banal. In der Praxis hat sich gezeigt, dass genau das fehlt, wenn ein Depot wächst. Wer 8, 15 oder 30 Linien hat, will nicht raten, wo das Geld wirklich steckt. Alphabet lag bei mir weiter oben in der Liste – als Beispiel für eine bekannte Einzelaktie, nicht als Kaufidee.
Vola-Alarme: die Glocke, die ich wirklich nutze
Oben in der Hauptansicht sitzt die Glocke. Dahinter liegen Kursalarme und – das ist die spannendere Variante – Volatilitätsalarme.
Ein klassischer Kursalarm sagt: „Sag Bescheid bei 250 €.“ Nach fünf Jahren ist die Marke oft Makulatur. Der Vola-Alarm sagt: „Sag Bescheid, wenn sich heute etwas heftig bewegt.“ Im Video kam zum Beispiel ein Netflix-Alert mit −2,15 % innerhalb einer Stunde. Darunter ein Alert zu einer Position mit +4 % am 04.09.2026.
Du bekommst eine Push-Nachricht aufs Handy. Dann entscheidest du, ob du reinguckst. Ich schaue ohnehin nicht stündlich ins Depot. Ein Alarm bei 3 % Bewegung in Alphabet reicht mir, um zu prüfen, ob es News gibt oder nur Marktlärm.
Meines Wissens nach hat das in dieser Form kaum ein anderer Neobroker. Zugegebenermaßen: Die Funktion verführt auch zum Reingucken, obwohl du nichts tun musst. Ein Alarm ist keine Order.
Suche und der blaue Balken
Die Suche ist Standard. Apple eingeben, Apple finden. Beliebte Aktien, zuletzt gesuchte Titel – das kann jeder Broker.
Interessanter ist der blaue Balken über dem Depot. Bei mir stand dort 100 % Aktien, Cash unter 1 %. Ein Tap öffnet die Statistik.
Depot-Statistiken: Verlauf, Trades, Allokation
Du kannst mit oder ohne Cash rechnen. Der maximale Verlauf zeigt, dass das Depot nicht linear nach oben gelaufen ist. Mal mehr, mal weniger – Einzahlungen, Teilverkäufe, ganz normale Schwankung.
Was ich dort nützlich finde:
- Depotwert und Cash getrennt
- Summe der Ein- und Auszahlungen
- Performance auf Einlage (bei mir 43 % über die gesamte Laufzeit)
- Trade-Zähler: 14 im letzten Jahr, 213 insgesamt
- Assetklasse als Kreis: bei mir 100 % Aktien
- Top-Positionen noch einmal als Diagramm, in derselben Reihenfolge wie die sortierte Liste
Darunter News zu den Papieren, die du hältst. Keine Magie, aber du musst nicht extra das Portal öffnen, um zu sehen, was der Markt gerade über deine Linie schreibt.
Dividenden: historisch und als Prognose
Wenn du einen Schwerpunkt auf Dividenden legst, ist finanzen.net zero * in der App klarer als mancher Konkurrent. Du siehst Prognosen und Historie.
Im Video lagen die Prognosen grob bei 121 € für 2026 und 137 € für 2027. Das sind Schätzungen auf Basis der aktuellen Bestände, keine Garantie. Historisch bricht die App auf Monate herunter. Im Mai 2026 kamen bei mir knapp 60 € an.
Unter den Details siehst du, welches Papier in welchem Monat wie viel gezahlt hat. Was mir fehlt: bei der Historie dieselbe Jahresansicht, die die Prognose schon hat. Da muss man sich durchwursten. Ich bin kein reiner Dividendeninvestor – trotzdem nutze ich die Seite, weil sie Kaufkurs, Kursverlust und kassierte Dividende nicht durcheinanderwirft.
Zwei Beispiele aus dem Depot, Stand der Aufnahme, ohne Empfehlung:
- Progressive: rund 37 € Dividende, etwa 13 % Dividende seit Kauf, Kursperformance damals −4 %. Mit Dividende im Plus (rund +14 €), ohne Dividende im Minus (rund −23 €).
- Vonovia: hohe Dividendenquote seit Kauf, Kurs deutlich im Minus. Saldo trotz Dividende weiter negativ (im Video grob −15 % insgesamt, letzte sichtbare Dividende 52 €).
„Die Dividende macht aus einem Minus nicht automatisch ein gutes Investment.“ Sie macht die Rechnung nur ehrlicher.
Die Einzelaktienseite – hier entscheidet sich, ob die App mehr ist als ein Orderbutton
Ich mache den Rundgang an Alphabet, weil die Aktie die meisten kennen. Oben rechts liegen vier Symbole:
- KI-Analyse
- Flamme für Derivate (Optionsscheine, Faktor-Produkte, Discounter)
- Stern für die Watchlist
- Glocke für Kurs- und Vola-Alarm
Die Derivate lasse ich in diesem Artikel außen vor. Die gibt es zu fast jedem Basiswert bei fast jedem Broker, und Hebelprodukte können zum Totalverlust führen. Wenn dich die Mechanik interessiert, liegen die Grundlagen unter Call und Put in der Praxis und Faktor-Zertifikate einfach erklärt.
Den Vola-Alarm kannst du fest verdrahten, zum Beispiel bei 3 % Tagesbewegung. Den festen Kursalarm würde ich nur setzen, wenn du wirklich eine Marke im Kopf hast – nicht „irgendwie rund“.
KI-Analyse, News und Analysten
Die KI-Seite aggregiert, sie erfindet kein Research. Im Video waren die News rund 8 Stunden alt, die Analystendaten rund 13 Stunden. Das ist frisch genug für den Alltag.
Das Unternehmensprofil ist verständlicher geschrieben als bei manchem reinen Trading-Broker. Die Newsübersicht aktualisiert sich. Ein Beispiel vom 07.09.2026: Alphabet fördert 16 grüne KI-Projekte im Asien-Pazifik-Raum. Ob dich das überzeugt, steht auf einem anderen Blatt. Du siehst zumindest, dass die App am Portal finanzen.net hängt und nicht ins Leere zeigt.
Bei den Analysten stand damals aggregiert Strong Buy, dazu Holds, keine Sell-Empfehlung. Durchschnittsziel 370 € bei einem Kurs um 287 € – grob 29 % Upside. Die Spanne der Ziele lag etwa zwischen 326 € und 408 €. Wichtig: Alles in Euro umgerechnet. Das können nicht alle Apps, und es verhindert das klassische „297 Dollar, warte, wie viel war der Euro heute?“
Einzelne Häuser wie UBS oder J.P. Morgan sind gelistet, inklusive Sterne, wie schwer die Stimme gewichtet wird. Manche Ziele fehlen. Die Begründung darunter – was Analysten positiv und negativ finden – ist für mich nützlicher als die Zahl selbst. Kursziele sind Meinungen. Die Argumente kannst du prüfen.
Das bleibt eine Informationsquelle, keine Empfehlung.
Earnings, Scores und Wettbewerb
Unter Earnings siehst du Schätzung gegen tatsächliche Zahl. Grau die Erwartung, grün (oder rot) das Ergebnis. Im Beispiel hatte Alphabet in Q1 2026 die Schätzung um 2,48 übertroffen – ein sichtbarer Beat. Darunter eine kurze Earnings-Analyse: Was war gut, was war schlecht, wurde die Guidance angehoben oder gesenkt?
Diese Zusammenfassung gehört für mich zu den stärksten neueren Funktionen. Quartalszahlen roh zu lesen, dauert. Hier bekommst du den Einstieg, nicht das fertige Urteil.
Die Score-Details kommen von TraderFox: Profitabilität, Rentabilität und weitere Kennzahlen. Das ist der Blick in den Rückspiegel. Interpolieren kannst du daraus einen Trend. Eine zuverlässige Prognose habe ich daraus persönlich selten gewonnen. Ich nutze die Scores als Indiz, nicht als Ampel.
Die Wettbewerbsanalyse stellt Konkurrenten daneben – wieder mit Potenzialzahlen der Analysten. Hilfreich, um nicht nur eine Aktie isoliert zu sehen. Mehr nicht.
Charts, Position, Timeline
Die Charts in der App sind der Punkt, an dem ich ehrlich bleiben muss: Auf dem Handy funktionieren sie nur mittel. Year-to-date, sechs Monate, Jahresansicht – vorhanden. Den Finger musst du oft draufhalten. Für ernsthafte Chartarbeit würde ich an den Desktop oder ein anderes Tool gehen.
Unter der eigenen Position siehst du Dividende und Performance seit Kauf. Bei Alphabet waren das im Video 4 € Dividende (rund 0,5 %) und +72 % Kursperformance. Über Timeline kommen alle Käufe, Verkäufe und Ausschüttungen in einer Liste. Oben die Summe: Einstand, aktueller Bestand, Dividenden. Ein Kauf vom 05.03.2025 über 53,25 € Stückpreis war dort nachvollziehbar.
Diese Timeline ist einer der Gründe, warum ich das Depot behalten habe. Viele Apps zeigen nur „seit Kauf +x %“ und verschlucken die Dividende oder einzelne Nachkäufe.
Kennzahlen und der Sprung ins Portal
Unter den Unternehmensdaten liegen nicht nur KGV und Marktkapitalisierung, sondern zum Beispiel KCV und Volatilität. „Mehr Daten“ führt zurück auf finanzen.net – Quartalsschätzungen, Bilanzen, Umsatzcharts von 2019 bis 2025. Auf dem Desktop ist das klarer als auf dem kleinen Screen. Die App liefert die Grundfunktionen, die Tiefe sitzt im Portal.
News-Links öffnen ebenfalls finanzen.net. Insider-Dividende, Kalender, Dividendentrend, Käufe und Verkäufe der letzten 24 Stunden, Trading-Rang im Broker (Alphabet lag damals um Platz 161 der gehandelten Titel) – das ist Aggregat, kein Insiderwissen.
Die Orderstrecke: Stück, Betrag, Limit, Stop, Bruchstück
Unten bleibt der Button Wertpapier kaufen festgepinnt, egal ob du hoch- oder runterscrollst. Du kannst Stückzahl oder Euro-Betrag eingeben. Limit und Stop liegen in derselben Maske. Bruchstücke gibt es, seit der Broker das nachgezogen hat.
Im Video waren knapp 3.000 € „verfügbar“ – das war kein Cash, sondern der Wertpapierkredit. Damit kannst du kaufen, auch wenn das Verrechnungskonto leer ist. Ob du das sollst, ist eine andere Frage. Zinsen laufen, sobald der Rahmen über Nacht genutzt wird. Intraday wirbt der Anbieter mit zinsfreier Nutzung, über Nacht gilt der Satz aus 3-Monats-Euribor plus 3 Prozentpunkten. Mit einem 3-Monats-Euribor von 2,62 % am 18.09.2026 landest du grob bei 5,6 % p. a. auf den gezogenen Betrag. Der maximale Rahmen liegt laut Anbieter bei 100.000 €, die Beleihung hängt vom Papier ab.
Ein voreiliger Kauf auf Kredit ist nicht immer sinnvoll. Ein Delta von 34 € wie bei mir ist ärgerlich, ein größerer Hebel kann im Crash die Position zwangsweise verkürzen.
Oben in der Orderstrecke stehen Kurs und Spread. Schau da hin, bevor du auf Market tippst.
Über die drei Punkte neben dem Kaufbutton erreichst du Verkauf, Sparplan und Hebelprodukte.
Was der Handel wirklich kostet
Die Preisliste von finanzen.net zero * ist kurz. Genau das war von Anfang an das Verkaufsargument.
| Vorgang | Kosten (Stand 20.09.2026) |
|---|---|
| Depotführung | 0 € |
| Aktien, ETF, Fonds, Krypto – Order ab 500 € | 0 € zzgl. Spread |
| dieselbe Order unter 500 € | 1 € Mindermengenzuschlag zzgl. Spread |
| Sparplanausführung | in der Regel 0 €, ab 1 € Rate |
| eigener Bruchstückhandel (außerhalb Sparplan) | laut Preisliste 1 € Bruchstückgebühr |
| Guthabenzins auf Cash | 0 % |
| Wertpapierkredit | 3-Monats-Euribor + 3 % p. a.; Intraday ohne Zins laut Anbieter |
Ein Rechenweg, damit die 500-€-Schwelle greifbar wird:
- Kauf 480 € Einzelaktie als Order: 1 € Gebühr, effektiv 0,21 % extra plus Spread.
- Kauf 500 € dieselbe Aktie: 0 € Gebühr plus Spread.
- Sparplan 50 € auf dieselbe Aktie: 0 € Ausführungsgebühr. Denselben 50-€-Betrag als Einmalorder würdest du mit 1 € bezahlen.
Der Broker muss irgendwo verdienen. Spreads, Handelsplatzvergütungen, möglicherweise produktabhängige Modelle bei Derivaten. Payment for Order Flow ist in der EU weitgehend untersagt; die genaue aktuelle Vergütungsmmechanik erklärt selbst die App nicht in einem Satz. Für dich zählt die Preisliste – und dass du sie vor dem ersten Hebelprodukt noch einmal liest. Bei Derivaten weicht die Struktur ab.
Kein Zins auf Cash ist 2026 der sichtbare Nachteil gegenüber Trade Republic * und Teilen von Scalable Capital *. Parkst du dauerhaft fünfstellige Beträge uninvestiert, ist finanzen.net zero * der falsche Parkplatz. Investierst du das Geld oder hältst nur eine kleine Reserve, fällt der fehlende Zins kaum ins Gewicht.
Sparpläne und der Multi-Sparplan
Sparpläne legst du direkt aus dem Wertpapier an. Intervall typischerweise wöchentlich, zweiwöchentlich, monatlich oder quartalsweise, Rate ab 1 €, Ausführung ohne den Mini-Order-Zuschlag.
Eine Funktion, die ich selten brauche, aber erwähnen will: der Multi-Sparplan. Du setzt zum Beispiel 50 € auf Alphabet und im selben Dialog 50 € auf einen MSCI World. Die App zeigt die Summe. Praktisch, wenn du an einem Abend drei Raten anlegst. Alltagsrelevant? Eher selten. Wer langfristig einen Welt-ETF bespart, kommt mit einem einzelnen Plan weiter. Was hinter so einem ETF steckt, steht unter ETF einfach erklärt.
Die Zahl der sparplanfähigen Produkte schwankt je nach Quelle zwischen „über 2.000 ETFs“ und deutlich mehr Aktien-Sparplänen. Vor der Eröffnung lohnt der Blick in die aktuelle App, nicht in eine Zahl von 2024.
Watchlist, Orderbuch, Cash, Menü
Die Watchlist sortierst und konfigurierst du analog zum Depot. Bei manchen ETFs schlägt die App eine günstigere Alternative vor – etwa ein ähnlicher Index mit niedrigerer TER. Das ist ein Hinweis, keine Pflicht. TER ist nur ein Kostenbaustein neben Spread und Tracking.
Das Orderbuch teilt sich in offene, ausgeführte und gestrichene Orders. Wer Limit setzt und wieder löscht, findet den Abbruch unter gestrichen. Nützlich, wenn du nachvollziehen willst, warum etwas nicht durchging.
Unter dem Cash-Symbol liegt das Verrechnungskonto. Bei mir stand dort weiter −34 €, plus die Liste der Dividendeneingänge. Zinsen auf Guthaben: keine. Auf den Mini-Kredit: früher oder später ja.
Das untere Menü lässt sich über die drei Sterne anpassen. Alerts, Kredit, Einstellungen – du ziehst nach oben, was du oft brauchst. Ich lasse die Alerts in der Hauptansicht und überlade die Leiste nicht.
Sicherheit, Regulierung, was bei einer Pleite passiert
Kurz, weil es immer die erste berechtigte Frage ist:
- Wertpapiere liegen als Sondervermögen bei der Baader Bank. Eine Insolvenz des Brokers macht dich nicht zum Gläubiger deiner Aktien.
- Cash ist Einlage, abgesichert bis 100.000 € pro Person über die gesetzliche Sicherung.
- Aufsicht: BaFin bzw. das bankaufsichtliche Regime der Depotbank.
- Identverfahren: VideoIdent und vergleichbare Wege, Depoteröffnung ohne Papierberg.
Sicher heißt nicht, dass Kurse nicht fallen. Es heißt nur: Der Broker ist nicht dasselbe Risiko wie die Aktie.
finanzen.net zero * im Vergleich zu Trade Republic * und Scalable Capital *
| finanzen.net zero * | Trade Republic * | Scalable Capital * | |
|---|---|---|---|
| Ordergebühr Aktien/ETF | 0 € ab 500 €, sonst 1 € | typisch 1 € je Trade | abhängig vom Modell (Free/Prime+) |
| Sparplan | meist 0 € | meist 0 € | meist 0 €, große ETF-Auswahl |
| Handelsplatz | gettex | vor allem LS Exchange / Gettex-Umfeld | gettex und weitere, modellabhängig |
| Zins auf Cash | nein | ja, wenn der Anbieter Zinsen zahlt | im bezahlten Modell oft ja |
| Web + App | beides, Portal-Daten darunter | stark App-first | App und Web |
| Recherche in der App | stark (KI, Earnings, Dividende) | schlanker | solide, weniger Portal-Tiefe |
Trade Republic * fühlt sich oft runder an und zahlt auf Cash Zinsen. Scalable Capital * bleibt für viele der Sparplan-Broker mit der breiten ETF-Liste. finanzen.net zero * gewinnt, wenn du ab 500 € gebührenfrei einzeln kaufst und dabei Unternehmensdaten sehen willst, ohne fünf Apps zu öffnen.
Den älteren Ersteinblick von 2021 – damals noch näher am Start des Brokers – findest du unter finanzen.net zero Broker im Test. An den Grundzügen (gettex, 500-€-Marke, Baader) hat sich wenig gedreht. An der App sehr viel.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- 0 € Ordergebühr ab 500 €, 0 € Depotgebühr
- Sparpläne ab 1 € ohne Mini-Zuschlag
- Vola-Alarme, die im Alltag ankommen
- Dividenden historisch, je Papier und als grobe Prognose
- KI-Zusammenfassung, Analystenziele in Euro, Earnings-Beat auf einen Blick
- Timeline aus Käufen, Verkäufen, Dividenden
- Anbindung an finanzen.net, inkl. Bilanzen und Schätzungen
- Filter nach Positionsgröße
- Wertpapierkredit vorhanden, wenn du ihn wirklich brauchst
- Bruchstücke und Multi-Sparplan
Nachteile
- Nur ein Handelsplatz für klassische Wertpapiere
- Kein Zins auf uninvestiertes Cash
- 1 € unter 500 € – Kleinorders summieren sich
- Charts auf dem Smartphone sind nicht die Stärke
- Historische Dividenden ohne saubere Jahresaggregation
- Derivate und Hebel: vorhanden, von mir kaum getestet, Risiko bis Totalverlust
- Kredit kostet schnell um die 5,6 % effektiv, wenn er über Nacht steht
- Support läuft über Tickets, nicht über eine Filiale um die Ecke
Für wen geeignet – und für wen eher nicht
Eher ja, wenn du:
- Einzelaktien ab 500 € kaufst und Gebühren minimieren willst,
- Sparpläne ausführst und die 1-€-Falle der Mini-Order umgehen willst,
- Dividenden und Quartalszahlen in derselben App sehen willst,
- schon finanzen.net liest und den Broker daneben legen möchtest,
- ein Zweitdepot neben Trade Republic * oder Scalable Capital * suchst.
Eher nein, wenn du:
- dauerhaft Cash parken und Zinsen mitnehmen willst,
- Xetra, Auslandsbörsen oder sehr enge Spreads in Nischenwerten brauchst,
- primär gehebelte Produkte handelst und noch keine eigene Routine hast,
- Charttechnik auf dem Handy zur Entscheidungsgrundlage machst,
- jeden 80-€-Nachkauf manuell statt per Sparplan ausführst.
Fazit
Ich nutze finanzen.net zero * weiter als langfristiges Einzelaktiendepot. Nicht weil die App die schönste ist. Sondern weil Filter, Vola-Alarm, Timeline und die Anbindung an finanzen.net im Alltag Zeit sparen – und weil eine Order ab 500 € in der Preisliste bei 0 € steht.
Für ETFs ist der Broker in Ordnung, solange du den Sparplan nutzt und nicht jede Mini-Order von Hand auslöst. Für Derivate habe ich ihn nicht ernsthaft geprüft; dort würde ich zuerst die aktuelle Preisliste und das Produktinformationsblatt lesen, nicht diesen Artikel.
Gute Einstiegsmarke in den Broker selbst ist keine Kursmarke, sondern eine Nutzungsart: Entweder du weißt, dass deine typische Order über 500 € liegt, oder du arbeitest fast nur mit Sparplänen. Liegt dein Alltag dazwischen – viele 100-€-Käufe per Fingerdruck – wird der eine Euro zur Gewohnheit.
Ein voreiliger Depotwechsel ist nicht immer sinnvoll. Wer bei Trade Republic * oder Scalable Capital * bereits einen laufenden Sparplan hat, der sitzt, gewinnt durchs Umziehen oft weniger als durchs Dranbleiben. Wer ein zweites, gebührenarmes Aktiendepot mit ordentlicher Infotiefe sucht, kann sich die App in Ruhe ansehen – am besten mit dem Video daneben.
Hast du Fragen zur App, schreib sie unter den Beitrag oder unter das Video. Den Link zur Depoteröffnung habe ich dir hier mehrfach gelegt; nutzt du ihn, unterstützt du die Seite. An den Preisen ändert das nichts.
Häufige Fragen
Wann ist ein guter Zeitpunkt, das Depot zu eröffnen?
Wenn du die Konditionen verstanden hast und Geld übrig ist, das du wirklich anlegen willst. Der Broker wartet nicht auf ein bestimmtes DAX-Level. Ein leeres Depot ohne Plan ist nur ein Login.
Wie lange sollte ich halten?
Einzelaktien und ETFs sind unterschiedliche Tiere. Ein Welt-ETF lebt von Jahren, nicht von Wochen. Eine Einzelaktie kann dein Depot über Jahre tragen oder dich dauerhaft ärgern. Haltedauer folgt aus deiner These, nicht aus der App.
Was, wenn ich das Geld plötzlich brauche?
Verkauf ist an Handelstagen über gettex möglich, plus Spread. Plane keinen Notgroschen im Aktienkorb. Cash bei finanzen.net zero * wird nicht verzinst – für die Reserve ist oft ein separates Tagesgeld klarer.
Wie werden Gewinne versteuert?
Deutsche Broker führen Abgeltungsteuer plus Soli und ggf. Kirchensteuer in der Regel automatisch ab. Freistellungsauftrag stellen (1.000 € / 2.000 € Ehepaare). Teilfreistellung bei Aktien-ETFs, Vorabpauschale bei Thesaurierern. Details ändern sich; der Steuerbescheid bleibt deine Quelle, nicht die App-Grafik.
Kann ich Bruchstücke kaufen?
Ja. Sparpläne rechnen sowieso in Bruchteilen. Der manuelle Bruchstückhandel kann laut Preisliste extra 1 € kosten. Unter 500 € kommt ohnehin der Mindermengenzuschlag.
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