Trade Republic Knock-Out Zertifikate & Smart Mini Futures

Für wen eignen sich eigentlich Knock-out Zertifikate oder Smart Mini Futures? Ist es nur etwas für die wirklichen Profis oder lohnt es sich auch für dich in gewissen Situationen? In diesem Artikel erfährst du mehr über Zertifikate und Produkte (Knock-Out Zertifikate & Smart Mini Futures) und wir vertiefen die Theorie anschließend mit konkreten Praxisbeispielen. Die Umsetzung mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung bei Trade Republic folgt am Ende des Artikels.

Begriffserklärungen

Zunächst einmal klären wir die wichtigsten Begriffe zum Handeln mit Knock-out Zertifikaten, um ein grundlegendes Verständnis zu entwickeln. Allgemein lässt sich ein Zertifikat wie folgt definieren: “Ein Zertifikat ist eine Schuldverschreibung mit derivativen Komponenten, die abhängig von der Wertentwicklung von anderen Finanzprodukten sind.”

  • Eine Schuldverschreibung ähnelt einer Anleihe, das heißt, es handelt sich um ein verzinstes Wertpapier mit Recht auf Rückzahlung. 
  • Eine derivative Komponente regelt die vertragliche Vereinbarung zu einem Finanzprodukt.
  • Das Finanzprodukt kann beispielsweise eine Aktie, ein Fond, ein Index sowie Rohstoffe, etc. sein.

Bei Trade Republic beschäftigen wir uns hauptsächlich um Knock-out Zertifikate und Mini Futures. Diese sogenannten Turbo Zertifikate gehören zu den Hebelzertifikaten. Ein Hebelzertifikat ist im Grunde ein Kredit, welchen man lediglich zu einem Teil selbst finanzieren muss und den restlichen Teil die Bank finanziert. Damit können nun die positiven aber auch negativen Renditen erzielt werden. In anderen Worten: Man profitiert stärker von Gewinnen und Verlusten des Basiswertes. 

Komponenten von Hebelzertifikaten

Die folgende Übersicht beschreibt dir die wichtigsten Komponenten eines Hebelzertifikates. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Weitere Erklärungen findest du beispielsweise im Blogartikel: “Optionsscheine bei Trade Republic”.

  • Basiswert: Zum Beispiel eine Aktie
  • Strike-Kurs: Regelt die Knock-out-Grenze und die Finanzierung bis zu welchem Betrag das Zertifikat finanziert wird
  • Hebel: Relativer Faktor zum Basiswert (Der Faktor, mit welchem die Rendite des Basiswerts multipliziert werden muss)
  • Typ: Long (steigende Kurse), Short (fallende Kurse)
  • Bezugsverhältnis: Relation zum Basiswert

Berechnungen zu verschiedenen Hebelzertifikaten

Grundsätzlich muss man bei Hebelzertifikaten unterscheiden, ob es sich um eine Long Position, sprich man profitiert von steigenden Kursen oder einer Short Position (fallende Kurse) handelt. In dem folgenden Beispiel wird sich auf die Long Seite fokussiert.

Der Preis ergibt sich aus folgendem Zusammenhang:

((Basispreis + Aufgeld) – Strike) x Bezugsverhältnis = Preis

  • Am Beispiel einer einfachen 100 € Aktie, einem Aufgeld von 1 €, einem Strike von 80 € sowie einem Bezugsverhältnis von 0,1 würde man den Preis wie folgt berechnen:
    ((100 + 1) – 80) x 0,1 = 2,10 €
  • Nun steigt die Aktie um +10 % von 100 € auf 110 €:
    ((110 + 1) – 80) x 0,1 = 3,10 € (+47,6 %)
    → Die Differenz zwischen 10 % und 47,6 % entspricht dem Hebel!
  • Positives Beispiel mit einem Basiswert von + 10 % und einem Hebel von 8 → + 80 %
  • Negatives Beispiel mit einem Basiswert von – 10 % und einem Hebel von 8 → – 80 %

Anhand eines weiteren, aber nun praxisorientierten Beispiel des FInanzierungsrahmens soll der gehebelte Effekt noch besser zur Geltung kommen. Für dieses Beispiel wird ein Basiswert von 100 €, ein Hebel von 10, ein Strike / Knock-out von 90€, das Bezugsverhältnis 1 sowie einer Stückzahl von 10 gewählt. Die Aufgeld Kosten bleiben hier unberücksichtigt. Es ergibt sich ein folgender Preis: (100  – 90) x 1 x 10 = 100 €. Nun führen wir wieder jeweils einen positiven sowie einen negativen Fall auf, indem der Basiswert um 10 € (+ 10%) steigt bzw. um 10 € (-10%) fällt.

  • Basiswert steigt um 10€ auf 110€ (+10%):
    (110 – 90) x 1 x 10 = 200 € (+100%; Hebel 10)
  • Basiswert sinkt um 10€ auf 90€ (-10%):
    (90 – 90) x 1 x 10 = 0€ (-100%; Hebel 10) →  Totalverlust 10:27 VIDEO

Am zweiten Beispiel zeigt sich bereits das größte Risiko von Knock-out Zertifikaten. Sobald die Untergrenze einmal erreicht wurde, entsteht immer ein Totalverlust. Der Strike wird erreicht, wenn die Untergrenze erreicht wurde (Long) bzw. die Obergrenze (Short). Die folgende Grafik verdeutlicht diesen Zusammenhang:

Außerdem ist noch zu beachten, dass die Produktkosten in der Regel hoch sind, sowohl beim Kauf als auch bei den laufenden Kosten. Der Strike Preis passt sich außerdem mit der Zeit an, sodass es mit der Zeit auch hier ungünstiger wird. Zuletzt sollte man noch beachten, dass der Emittent Pleite gehen kann (bei Trade Republic: HSBC), sodass die komplette Investition im schlimmsten Fall wertlos sein kann.

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Open-End-Turbo-Smart-Mini-Future

Ein Open-End-Turbo-Smart-Mini-Future klingt komplizierter als er tatsächlich ist. Im Grunde handelt es sich hier um ein Knock-out Zertifikat ohne Laufzeitbegrenzung. Zu beachten ist, dass der Emittent dieses Zertifikat einseitig kündigen kann. Es kann also auch ein Fall auftreten, in dem der Preis bereits am nächsten Tag zu ungünstigen Konditionen ausgezahlt wird. Die weitere Unterscheidung zwischen einem Open-End-Turbo und einem (Smart-) Mini-Future ist in der folgenden Tabelle dargestellt: 

Umsetzung auf der Trade Republic App

In dem Beispiel wurde die Wirecard Aktie zu einem damaligen Kurs von 90,60 €gewählt. Unter Optionen bei der Aktienübersicht wählt man Derivate aus und kann zwischen Knock-Out-Zertifikaten und Optionsscheinen wählen.

Nachdem das Knock-Out-Zertifikat gewählt wurde, kannst du nun zwischen dem Hebel Typ, dem Knockout Preis sowie der Laufzeit und sich zwischen einer Long oder Short Position für das deiner Meinung nach richtige Zertifikat entscheiden.  

In unserem Beispiel haben wir uns für ein Open End Turbo Produkt entschieden als Longtyp. Der Knockout findet bei 84,69 € statt, das heißt, dass wir die Annahme treffen, Wirecard würde diesen Wert nicht unterschreiten. Es handelt sich um ein Open End Zertifikat, sodass es keinen fixen Einlösungstermin gibt.

Das Bezugsverhältnis beträgt hier 0,1. Möchte man den gesamten Basiswert mit den beschriebenen Daten vollständig abdecken, so muss man 10 Zertifikate kaufen.

Zuletzt klickt man auf Weiter und erhält eine Kosteninformation (1 € kostet der Trade bei Trade Republic) sowie die Produktkosten prozentual im Verlauf. Wichtig ist es sich stets die Basisinformation des jeweiligen Produktes durchzulesen.

Fazit: Höhere Rendite bei mehr Risiko

Knock-out Zertifikate bieten die Möglichkeit durch einen beliebig hohen Hebel deutlich mehr Rendite zu erzielen als durch gewöhnliche Aktienkäufe. Dennoch sollte man sich der Risiken stets bewusst sein. Gerade das vorherige Beispiel mit der Wirecard hat gezeigt, dass ein Totalverlust, noch dazu mit einem Hebel, nie auszuschließen ist.

Der größte Vorteil ist aber, dass man bereits mit wenig Eigenkapital stark profitiert, jedoch in beide Richtungen. In unserem Fall wäre die Untergrenze von 84,69 € relativ zeitnah unterschritten worden und wir hätten einen Totalverlust erlitten. In diesem Beispiel wäre es sicherlich am sinnvollsten die Wirecard Position zu shorten …

1 Gedanke zu „Trade Republic Knock-Out Zertifikate & Smart Mini Futures“

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