Börsenwoche: US-Wahl, Apple, AMD und Arbeitsmarktbericht – was S&P 500, Nasdaq und Dow bewegt

Ausblick auf die Börsenwoche: Am Dienstag wählen die Amerikaner 35 Senatoren, alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses und 36 Gouverneure. Drumherum legen 138 Unternehmen aus dem S&P 500 Zahlen vor, darunter Apple, AMD und Palantir. Am Donnerstag entscheidet die Bank of England, am Freitag folgt der US-Arbeitsmarktbericht. Für S&P 500, Nasdaq, Dow Jones und MSCI World wird es eine dichte Woche.

Hallo und schön, dass du da bist. Die Wall Street geht angeschlagen in den November. Die Nasdaq hat in der vergangenen Woche 2 Prozent verloren, die Zweifel an den KI-Milliarden sind nach Intel und Alphabet größer geworden, und Öl ist so teuer wie seit April nicht mehr. Hier bekommst du alle wichtigen Termine von Montag bis Freitag, sortiert nach Tagen, und dazu die Einordnung, worauf es jeweils ankommt.

Mehrere Bildschirme mit Kurscharts und ein Tischkalender mit markierter Woche an einem Handelsplatz am Abend

Kurzfassung, falls du nicht alles lesen willst

  • Dienstag sind US-Zwischenwahlen. Auf der Prognoseplattform Polymarket liegen die Demokraten im Senat bei 69 Prozent und im Repräsentantenhaus bei 94 Prozent.
  • Apple (Montag), AMD (Dienstag), Qualcomm und Arm (Mittwoch) legen Zahlen vor. Nach dem Intel-Schock schaut der Markt vor allem auf die Ausblicke.
  • Die Bank of England könnte am Donnerstag erstmals erhöhen. Die Zentralbanken in Australien und Schweden stehen ebenfalls vor möglichen Zinsschritten.
  • Der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag soll laut Konsens 55.000 neue Stellen zeigen. Er entscheidet mit darüber, ob die Fed im Dezember erhöht.
  • In Europa kommen am Mittwoch die Inflationsdaten der Eurozone, dazu Zahlen von BMW, Bayer, Rheinmetall und der Deutschen Telekom.

Wo stehen die Börsen vor dieser Woche?

Der S&P 500 ging am Freitag bei 7.580 Punkten aus dem Handel, 0,6 Prozent weniger als eine Woche zuvor. Der Dow Jones verlor 0,9 Prozent auf 51.770 Punkte. Am stärksten erwischte es die Technologiewerte: Der Nasdaq Composite fiel um 2,0 Prozent auf 25.437 Punkte, der Nasdaq 100 ebenfalls um 2,0 Prozent auf 28.385 Punkte. Der DAX lief dagegen und schaffte ein Wochenplus von 2,5 Prozent auf 25.818 Punkte.

Auffällig ist, dass die Breite des Marktes besser war als die Indexstände. Die meisten der elf Sektoren im S&P 500 legten in der Woche zu, vor allem Gesundheit und Basiskonsum. Nach unten zogen wenige, aber sehr schwere Titel. Alphabet verlor am Donnerstag 12 Prozent und erlebte damit den schlechtesten Tag seit dem Börsengang. Intel stürzte am Freitag um 28,6 Prozent ab, ein Halbleiter-ETF fiel an diesem Tag um gut 9 Prozent. Amazon ist nach Alphabet und Meta der dritte große Cloud-Konzern, dessen freier Cashflow wegen der Rechenzentren ins Minus gerutscht ist.

Die Zahlen insgesamt sind dabei gar nicht schlecht. Laut FactSet wachsen die Gewinne im S&P 500 im dritten Quartal um rund 30 Prozent. Die Unternehmen übertreffen die Erwartungen aber im Schnitt nur um 1,4 Prozent. Im Fünfjahresschnitt waren es 7,5 Prozent, im Zehnjahresschnitt 8 Prozent. Der Markt bekommt also weniger positive Überraschungen als gewohnt. Charttechnisch hält BTIG-Stratege Jonathan Krinsky einen Test der 200-Tage-Linie beim S&P 500 für möglich. Die liegt bei rund 7.306 Punkten.

Wichtig für alle, die abends die US-Börse verfolgen: In den USA wurde am Sonntag die Uhr umgestellt. Der Abstand zu New York beträgt wieder sechs Stunden. Die Wall Street öffnet also um 15:30 Uhr deutscher Zeit, US-Konjunkturdaten kommen meist um 14:30 oder 16:00 Uhr.

Die wichtigsten Termine auf einen Blick

Alle Uhrzeiten in der Tabelle sind deutsche Zeit (MEZ). Bei Unternehmenszahlen ohne feste Uhrzeit steht „vorbörslich“ oder „abends“.

Tag Zeit Termin
Mo 02.11.09:55–10:30Einkaufsmanager Industrie Deutschland, Eurozone, GB (final)
Mo 02.11.16:00ISM-Index Industrie USA (Prognose 54,7)
Mo 02.11.ca. 22:00Palantir Quartalszahlen
Mo 02.11.22:30Apple Quartalszahlen
Di 03.11.ganztägigUS-Zwischenwahlen; Börse Japan geschlossen
Di 03.11.nachtsZinsentscheid Australien
Di 03.11.vorbörslichBayer, Lufthansa, Zalando, FMC, Pfizer
Di 03.11.16:00JOLTS offene Stellen USA
Di 03.11.abendsAMD, Amgen, Booking
Mi 04.11.09:30Zinsentscheid Schweden
Mi 04.11.11:00Inflation Eurozone Oktober (vorläufig)
Mi 04.11.16:00ISM-Index Dienstleister USA
Mi 04.11.vorbörslichBMW, Continental, Vonovia, Novo Nordisk, Uber
Mi 04.11.abendsQualcomm, Arm, AppLovin
Do 05.11.13:00Zinsentscheid Bank of England
Do 05.11.vorbörslichRheinmetall, Telekom, Commerzbank, DHL
Do 05.11.abendsAirbnb, Lyft
Fr 06.11.08:00Industrieproduktion Deutschland
Fr 06.11.14:30US-Arbeitsmarktbericht Oktober
Fr 06.11.16:00Verbraucherstimmung Uni Michigan

Montag: Startet die Woche mit Apple?

Der Montag beginnt mit Industriedaten. Am frühen Morgen kommt der Einkaufsmanagerindex für Chinas Industrie, ab 9:55 Uhr folgen die endgültigen Werte für Deutschland, die Eurozone und Großbritannien. Wichtiger für die Wall Street ist der ISM-Index für die US-Industrie um 16:00 Uhr. Erwartet werden 54,7 Punkte nach 54,5 im Vormonat. Alles über 50 bedeutet Wachstum. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex von S&P Global hatte im Oktober mit 56,0 Punkten den höchsten Stand seit 53 Monaten erreicht. Die US-Industrie läuft also, und genau das ist für die Fed ein Argument, die Zinsen eher anzuheben als zu senken.

In Peking tagt von Montag bis Freitag der Ständige Ausschuss des Volkskongresses. Haushaltsthemen stehen nicht auf der Tagesordnung, große Konjunkturpakete sind von dort also nicht zu erwarten. In Berlin spricht Bundesbank-Präsident Joachim Nagel um 13:00 Uhr im Bundestag.

Apple und Palantir am Abend

Nach US-Börsenschluss wird es spannend. Palantir meldet gegen 22:00 Uhr. Das Unternehmen hat für das dritte Quartal einen Umsatz von 2,160 bis 2,164 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Im zweiten Quartal waren es 1,94 Milliarden, ein Plus von 93 Prozent zum Vorjahr. Bei einer so hoch bewerteten Aktie reicht ein knapp erfülltes Ziel oft nicht. Entscheidend ist, ob die Jahresprognose erneut steigt.

Um 22:30 Uhr folgt Apple. Der Konsens liegt bei einem Gewinn von 1,98 Dollar je Aktie nach 1,85 Dollar im Vorjahr. Beim Umsatz erwarten Analysten 113,4 Milliarden Dollar, rund 10 Prozent mehr als vor einem Jahr. Allein das iPhone soll 56,5 Milliarden Dollar beitragen. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 28 Prozent zugelegt und rückt beim Börsenwert an Nvidia heran. Die Bank of America hat Apple allerdings gerade von ihrer Liste der bevorzugten Titel genommen. Weil Apple deutlich weniger in eigene Rechenzentren investiert als Alphabet, Meta und Amazon, gilt der Konzern für viele Anleger als vergleichsweise sicherer Hafen unter den großen Tech-Werten. Genau deshalb wäre eine Enttäuschung für die Nasdaq besonders unangenehm.

Außerdem berichten am Montag unter anderem Ryanair am Morgen sowie in den USA Marriott, Vertex Pharmaceuticals, ON Semiconductor, Diamondback Energy, Estée Lauder und Clorox.

Dienstag: Was bedeuten die Zwischenwahlen für die Börse?

Bei den Midterms geht es um die Mehrheiten im Kongress. Zur Wahl stehen 35 Sitze im Senat, davon 22 der Republikaner und 13 der Demokraten, alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 36 Gouverneursposten. Auf Polymarket sehen die Wetten die Demokraten im Senat bei 69 Prozent und im Repräsentantenhaus bei 94 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Demokraten beide Kammern holen, liegt dort bei rund 70 Prozent.

Hölzerne Wahlurne mit gefalteten Stimmzetteln neben einem Laptop mit Kurschart

Für die Börse sind vor allem drei Themen relevant: die Verteidigungsausgaben, der Preisdruck auf Pharmakonzerne und die Regeln für Rechenzentren. Letzteres wird auch in den Bundesstaaten entschieden, wo es um Strompreise und Genehmigungen geht. Ein Kongress gegen den Präsidenten bremst neue Gesetze. Ob das am Ende gut oder schlecht für Aktien ist, hängt davon ab, welche Pläne dann liegen bleiben.

Ein Blick in die Statistik dämpft die Nervosität etwas. Laut dem Stock Trader’s Almanac stieg der Dow Jones seit 1934 in den acht Handelstagen rund um den Midterm-Wahltag im Schnitt um 2,8 Prozent. Der November ist in Midterm-Jahren zudem der beste Monat für die Nasdaq mit durchschnittlich 3,5 Prozent Plus und der zweitbeste für Dow Jones und S&P 500 mit 2,6 und 2,7 Prozent. Das sind Durchschnittswerte über viele Jahrzehnte, keine Garantie für dieses Jahr. Dazu kommt ein Risiko, das nichts mit Statistik zu tun hat: Seit Wochen wird spekuliert, dass die USA und Israel nach der Wahl erneut den Iran angreifen könnten. Das hält den Ölpreis hoch.

Zinsentscheid in Australien und Zahlen von AMD

Schon in der Nacht zum Dienstag entscheidet die australische Notenbank. Der Markt sieht zu 79 Prozent eine Erhöhung von 4,60 auf 4,85 Prozent. Die Börse in Japan bleibt wegen eines Feiertags geschlossen. Am Nachmittag kommen in den USA die Industrieaufträge und die JOLTS-Daten zu offenen Stellen.

In Deutschland ist der Dienstag dicht besetzt. Bayer meldet um 7:30 Uhr, dazu Lufthansa, Fresenius Medical Care, Evonik, Zalando, Schaeffler, Teamviewer und Hugo Boss. In Europa folgen Philips, Ferrari, Geberit und Clariant, außerdem Saudi Aramco. Mittags legt Biontech vor, in den USA berichten vorbörslich Pfizer, DuPont und AIG.

Der wichtigste Termin für Tech-Anleger kommt nach US-Börsenschluss: AMD. Der Chipkonzern hat für das dritte Quartal rund 13 Milliarden Dollar Umsatz angepeilt, plus oder minus 300 Millionen. Im zweiten Quartal waren es 11,5 Milliarden. Die Aktie geriet am Freitag mit dem Intel-Absturz deutlich unter Druck, obwohl AMD selbst noch gar keine Zahlen gemeldet hatte. Jetzt muss der Konzern zeigen, dass die Nachfrage nach seinen KI-Chips trägt. Am selben Abend berichten Amgen, Booking, Super Micro Computer, Arista Networks, Block und Apollo.

Mittwoch: Wie hoch ist die Inflation in der Eurozone?

Um 11:00 Uhr kommt die erste Schätzung der Inflation in der Eurozone für Oktober. Im September lag die Teuerung bei 3,8 Prozent, so hoch wie seit September 2023 nicht mehr. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel betrug 2,5 Prozent. Für Oktober rechnet der Konsens mit 3,9 Prozent, die BayernLB sogar mit 4,0 Prozent. In Deutschland lag die Rate im Oktober bei 2,8 Prozent. Ein höherer Wert würde die Erwartung festigen, dass die EZB im Dezember den Einlagenzins von derzeit 2,50 Prozent anhebt. Christine Lagarde hatte das nach der letzten Sitzung angedeutet.

In den USA folgen am Nachmittag der ADP-Arbeitsmarktbericht um 14:15 Uhr, die Handelsbilanz um 14:30 Uhr und der ISM-Index für Dienstleister um 16:00 Uhr. Hier erwarten Analysten etwa 54,7 bis 54,8 Punkte nach 54,9 im Vormonat. Um 16:30 Uhr meldet die Energiebehörde EIA die Ölvorräte. Außerdem stellt das US-Finanzministerium seine Planung für die Anleiheemissionen im kommenden Quartal vor. Bei einer Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen um die 5 Prozent schauen Anleihehändler sehr genau hin, wie viele lang laufende Papiere der Staat ausgeben will.

Morgens entscheidet die schwedische Riksbank um 9:30 Uhr. Erwartet wird eine Erhöhung auf 2,00 Prozent.

Qualcomm, Arm und BMW

Der Mittwoch ist der vollste Berichtstag der Woche. In Deutschland melden BMW, Continental, Fresenius, Fraport, Heidelberg Materials, Siltronic, Vonovia, Scout24 und Auto1. Aus Europa kommen Novo Nordisk und Ahold Delhaize dazu. In den USA legen vorbörslich Uber, Kraft Heinz und CVS Health vor.

Am Abend wird es für die Nasdaq wieder wichtig. Qualcomm berichtet um 22:05 Uhr, Arm um 22:30 Uhr. Beide hängen stark am Smartphone-Markt und an der Frage, wie gut sie vom KI-Boom profitieren. Nach den Zahlen von Intel und den Kursverlusten der Chipwerte am Freitag ist die Messlatte niedriger geworden, die Nervosität aber nicht. Außerdem melden AppLovin, DoorDash, Datadog und Expedia.

Donnerstag: Erhöht die Bank of England?

Um 13:00 Uhr verkündet die Bank of England ihren Zinsentscheid, zusammen mit dem neuen Inflationsbericht. Der Leitzins liegt bei 3,75 Prozent. Ein Teil der Volkswirte erwartet eine Erhöhung auf 4,00 Prozent, andere rechnen damit, dass die Notenbank noch stillhält. Der Ausgang ist offen. Eine Erhöhung wäre ein weiteres Zeichen, dass die großen Notenbanken die Zinsen wieder anheben, statt sie zu senken. Die norwegische Notenbank dürfte den Zins dagegen bei 4,50 Prozent belassen. Außerdem entscheiden Mexiko und Tschechien über ihre Zinsen.

In Deutschland erscheint um 8:00 Uhr der Auftragseingang der Industrie für September. In den USA kommen um 14:30 Uhr die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie Zahlen zu Produktivität und Lohnstückkosten.

Rheinmetall, Telekom und Commerzbank

In Frankfurt wird der Donnerstag zum zweiten großen Zahlentag. Es berichten Rheinmetall, die Deutsche Telekom, die Commerzbank, DHL, Siemens Healthineers mit den Jahreszahlen, Hensoldt, Renk, Lanxess, Nemetschek, Nordex, HelloFresh und Suss Microtec. In Europa kommen ArcelorMittal, Swiss Re und Maersk dazu, aus Japan Sony, Toyota und Nintendo.

Bei Rheinmetall und den anderen Rüstungswerten lohnt der Blick über den Atlantik. Das Ergebnis der Zwischenwahlen kann die Debatte über die US-Verteidigungsausgaben verändern, und die Aktie reagiert seit Monaten empfindlich auf alles, was mit Aufträgen und Budgets zu tun hat.

In den USA melden ConocoPhillips und Cigna vor Handelsbeginn, am Abend Airbnb, Lyft, Mattel, Axon und Microchip Technology.

Freitag: Was zeigt der Arbeitsmarktbericht?

Um 14:30 Uhr kommt der wichtigste Datenpunkt der Woche. Der Konsens erwartet für Oktober 55.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Im September waren es nur 29.000. Die Arbeitslosenquote soll bei 4,2 Prozent liegen. Die Stundenlöhne sollen zum Vormonat um 0,3 Prozent steigen und zum Vorjahr um 2,9 Prozent, nach 0,1 und 3,0 Prozent im September. Barclays rechnet mit 50.000 Stellen und einer Quote von 4,1 Prozent.

Warum ist das so wichtig? Die Fed hat den Leitzins Ende Oktober bei 3,75 bis 4,00 Prozent gelassen. Zwei Mitglieder, Lisa Cook und Beth Hammack, stimmten aber schon für eine Erhöhung. Fed-Chef Kevin Warsh nannte die Wirtschaft „strong“. Die von der Fed bevorzugte Inflationsrate, der PCE-Kernindex, lag im September bei 3,1 Prozent und damit klar über dem Ziel von 2 Prozent. Goldman Sachs erwartet eine Erhöhung im Dezember, am Terminmarkt lag die Wahrscheinlichkeit dafür zuletzt bei rund drei Vierteln. Ein starker Arbeitsmarkt mit kräftigen Lohnzuwächsen würde diese Erwartung festigen. Ein schwacher Bericht könnte sie dagegen ins Wanken bringen.

Um 16:00 Uhr folgt die vorläufige Verbraucherstimmung der Universität Michigan. Ebenfalls am Freitag sprechen EZB-Chefvolkswirt Philip Lane und New-York-Fed-Präsident John Williams in Frankfurt. Um 8:00 Uhr kommt die deutsche Industrieproduktion, um 11:00 Uhr folgen die Einzelhandelsumsätze der Eurozone.

An Unternehmen melden Daimler Truck und Krones, in Europa IAG und Amadeus. In den USA berichten Moderna, Vistra, Humana und Charter Communications. Qiagen hält um 14:00 Uhr eine außerordentliche Hauptversammlung ab.

Welche Rolle spielt der Ölpreis?

Der Ölpreis bleibt in dieser Woche ein Risikofaktor. Brent stand am Freitag so hoch wie seit April nicht mehr. Der Grund ist die Sorge vor einer neuen Eskalation am Persischen Golf, die Militäreinsätze rund um die Straße von Hormus halten die Preise oben. Teures Öl ist für die Notenbanken ein Problem, weil es die Inflation antreibt. Für Europa ist es doppelt unangenehm, weil die Region Energie importiert. Am Mittwoch liefern die EIA-Daten einen Hinweis darauf, wie knapp das Angebot in den USA ist. Die größere Unbekannte bleibt aber die Politik nach der Wahl.

Was heißt das für den MSCI World und dein Depot?

Der MSCI World besteht zu mehr als zwei Dritteln aus US-Aktien, und die größten Positionen sind US-Tech-Konzerne wie Apple. Wer einen Welt-ETF bespart, hängt also stark an genau den Themen dieser Woche: an den Tech-Zahlen, an der Wahl und an den US-Zinsen. Gleichzeitig zeigt die letzte Woche, wie hilfreich die Streuung ist. Während die Nasdaq 2 Prozent verlor, stiegen die meisten Sektoren im S&P 500, und der DAX legte zu.

Für Anleger mit langem Horizont ist eine einzelne Woche selten entscheidend, auch nicht mit Wahl und Notenbank. Wer regelmäßig in einen breiten ETF spart, muss deshalb nichts umstellen. Es kann sich aber lohnen, einmal nachzusehen, wie groß der Anteil einzelner Tech-Werte im eigenen Depot inzwischen ist. Einen ETF-Sparplan kannst du günstig bei Brokern wie Scalable Capital * oder finanzen.net zero * einrichten. Wer das Prinzip hinter breit gestreuten Indexfonds gründlich verstehen will, findet es in Gerd Kommers Buch „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“ * ausführlich erklärt.

Fazit

Diese Woche bündelt fast alles, was die Märkte gerade bewegt. Die Zwischenwahlen entscheiden über die Machtverhältnisse in Washington. Apple, AMD, Qualcomm und Arm zeigen, ob die Tech-Branche das Vertrauen nach Intel und Alphabet zurückgewinnt. Und der Arbeitsmarktbericht am Freitag gibt den Ausschlag für die Zinsdebatte vor der Fed-Sitzung im Dezember. Dazu kommen die Inflation in der Eurozone, ein offener Zinsentscheid in London und ein hoher Ölpreis. Mit größeren Schwankungen bei S&P 500 und Nasdaq ist zu rechnen. Die Statistik spricht für einen freundlichen November, aber sie ist nur ein Durchschnitt.

Häufige Fragen

Wann sind die US-Zwischenwahlen 2026?

Am Dienstag, 3. November 2026. Gewählt werden 35 Senatoren, alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 36 Gouverneure. Wegen der Zeitverschiebung laufen die ersten Ergebnisse in der Nacht zum Mittwoch deutscher Zeit ein.

Wann legt Apple Quartalszahlen vor?

Am Montag, 2. November, gegen 22:30 Uhr deutscher Zeit nach US-Börsenschluss. Analysten erwarten einen Umsatz von 113,4 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 1,98 Dollar je Aktie.

Wann kommt der US-Arbeitsmarktbericht?

Am Freitag, 6. November, um 14:30 Uhr deutscher Zeit. Erwartet werden 55.000 neue Stellen und eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent.

Um wie viel Uhr öffnet die Wall Street in dieser Woche?

Um 15:30 Uhr deutscher Zeit. Nach der Zeitumstellung in den USA am 1. November beträgt der Abstand zu New York wieder sechs Stunden.

Welche Notenbanken entscheiden in dieser Woche?

Australien am Dienstag, Schweden und Polen am Mittwoch sowie die Bank of England, Norwegen, Mexiko und Tschechien am Donnerstag. Fed und EZB tagen erst wieder im Dezember.

Welche DAX-Konzerne legen Zahlen vor?

Unter anderem Bayer am Dienstag, BMW, Continental, Fresenius, Heidelberg Materials und Vonovia am Mittwoch sowie Rheinmetall, die Deutsche Telekom, die Commerzbank, DHL und Siemens Healthineers am Donnerstag.

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