TER, ETP, Vorabpauschale: 31 Begriffe, die dir in Broker-Apps und Fondsdokumenten begegnen, jeweils in wenigen Sätzen erklärt.

Über die Sprungleiste kommst du direkt zum Buchstaben. Zu vielen Begriffen findest du außerdem Links zu ausführlichen Artikeln aus unserem Magazin, falls du tiefer einsteigen möchtest. Das Lexikon ersetzt keine persönliche Beratung, hilft dir aber, Gespräche, Broker-Apps und Fondsdokumente besser zu verstehen.
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Neu hier? Starte mit dem Einstieg
Du stehst noch ganz am Anfang? Dann lies zuerst unseren Leitfaden Einstieg: In 5 Schritten zum ersten Investment. Dort führen wir dich vom Broker über Depot, ETF und Sparplan bis zum Freistellungsauftrag. Danach kannst du hier jederzeit nachschlagen, wenn dir ein Begriff unterwegs begegnet.
A
Abgeltungsteuer
Die Abgeltungsteuer ist die Steuer auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne. Sie beträgt 25 Prozent, dazu kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Steuer, zusammen also 26,375 Prozent. Mit Kirchensteuer liegt die Gesamtbelastung bei rund 27,8 bis 28 Prozent. Bei einem deutschen Broker wird sie meist automatisch einbehalten und ans Finanzamt abgeführt, du musst dich also im Alltag kaum darum kümmern. Mehr zum Thema Steuern beim Start findest du im Einstieg.
Aktie
Mit einer Aktie kaufst du einen kleinen Anteil an einem Unternehmen. Du bist damit Miteigentümerin oder Miteigentümer und nimmst an der Entwicklung der Firma teil, im Guten wie im Schlechten. Steigt der Wert des Unternehmens, steigt in der Regel auch der Kurs der Aktie, und manche Firmen beteiligen ihre Aktionäre zusätzlich über eine Dividende am Gewinn.
Anleihe
Eine Anleihe ist im Grunde ein Kredit, den du einem Staat oder einem Unternehmen gibst. Dafür bekommst du in der Regel regelmäßige Zinsen und am Ende der Laufzeit dein Geld zurück, sofern der Schuldner zahlen kann. Anleihen schwanken meist weniger stark als Aktien, ihr Kurs reagiert aber auf Veränderungen des Zinsniveaus. Wie Zinsen und Märkte zusammenhängen, zeigt unser Artikel Ölpreis, Zinsen und dein Depot.

Ausschüttend / Thesaurierend
Diese beiden Begriffe beschreiben, was ein Fonds mit seinen Erträgen macht. Ein ausschüttender Fonds zahlt Dividenden und Zinsen regelmäßig auf dein Verrechnungskonto aus. Ein thesaurierender Fonds legt sie automatisch wieder an, sodass der Zinseszinseffekt ganz ohne dein Zutun arbeitet. Für den langfristigen Aufbau ist thesaurierend bequemer, ausschüttend lohnt sich für regelmäßige Einnahmen.
B
Broker
Ein Broker ist dein Vermittler zur Börse: Über ihn kaufst und verkaufst du Wertpapiere. Neben klassischen Banken gibt es Online-Broker und Neobroker, die du vor allem per App bedienst. Die Unterschiede liegen in Kosten, Angebot und Bedienung. Einen Überblick geben unsere Artikel zu den Trade Republic Konditionen, Scalable Capital Konditionen, finanzen.net zero Konditionen und CapTrader Konditionen.
D
Depot
Das Depot ist dein Aufbewahrungsort für Wertpapiere, quasi das Konto für Aktien, ETFs und Anleihen. Du eröffnest es bei einem Broker oder einer Bank, heute meist komplett online. Dazu gehört in der Regel ein Verrechnungskonto, über das Käufe, Verkäufe und Ausschüttungen laufen. Die Wertpapiere im Depot bleiben dein Eigentum. Fehlen bei einer Pleite des Brokers dennoch Papiere, greift die gesetzliche Anlegerentschädigung: 90 Prozent, höchstens 20.000 Euro. Wie du Schritt für Schritt dein erstes Depot eröffnest, erklärt unser Einstieg.
Diversifikation
Diversifikation bedeutet, dein Geld auf viele verschiedene Anlagen zu verteilen, statt alles auf eine Karte zu setzen. Läuft es bei einem Unternehmen oder einer Branche schlecht, fällt das im Gesamtdepot weniger ins Gewicht. Breit gestreute ETFs sind ein einfacher Weg, mit wenig Aufwand viele Werte gleichzeitig ins Depot zu holen. Warum fehlende Streuung zu den typischen Anfängerfehlern zählt, liest du in Warum Privatanleger an der Börse Geld verlieren.

Dividende
Eine Dividende ist eine Gewinnbeteiligung, die ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet. Ob und wie viel gezahlt wird, entscheidet jedes Unternehmen selbst, eine Garantie gibt es nicht. In einem ausschüttenden ETF landen die Dividenden der enthaltenen Firmen gesammelt bei dir, in einem thesaurierenden werden sie wieder angelegt.
E
ETF
ETF steht für Exchange Traded Fund, also einen börsengehandelten Fonds. Er bildet in der Regel einen Index nach und bündelt so viele Wertpapiere in einem einzigen Produkt. ETFs kosten meist wenig laufende Gebühren und lassen sich wie Aktien während der Handelszeiten kaufen und verkaufen. Wie man ETFs anhand von Kriterien vergleicht, zeigt unser Artikel Nasdaq-100-ETFs im Vergleich.
ETP
ETP ist der Oberbegriff für börsengehandelte Produkte, also Exchange Traded Products. Darunter fallen ETFs, aber auch ETCs auf Rohstoffe wie Gold und ETNs. ETCs und ETNs sind rechtlich Schuldverschreibungen. Der Unterschied ist wichtig: Anders als bei ETFs ist das Geld bei ETCs und ETNs nie ein getrennt verwahrtes Fondsvermögen. Du trägst immer das Emittentenrisiko. Viele ETCs sind besichert, etwa durch hinterlegtes Gold, das mindert das Risiko, beseitigt es aber nicht.
F
Fondsgröße
Die Fondsgröße gibt an, wie viel Geld insgesamt in einem Fonds angelegt ist. Sie ist ein Hinweis darauf, wie etabliert ein ETF ist. Sehr kleine Fonds werden eher einmal geschlossen oder mit anderen zusammengelegt, was für dich unnötigen Aufwand bedeuten kann. Ein größeres Volumen geht außerdem oft mit einem regeren Handel einher.
Freistellungsauftrag
Mit einem Freistellungsauftrag sagst du deinem Broker, dass er deine Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags steuerfrei lassen soll. Der Sparerpauschbetrag liegt bei 1.000 Euro pro Jahr für Alleinstehende und bei 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung. Hast du mehrere Banken, kannst du den Betrag aufteilen, insgesamt aber nicht mehr freistellen, als dir zusteht.
G
gettex
gettex ist ein börslicher Handelsplatz der Börse München mit Market Maker, betrieben von der Bayerischen Börse AG. Gehandelt wird von 7:30 bis 23 Uhr. Viele Neobroker und Online-Broker bieten ihn als Handelsplatz an. Für dich als Anleger heißt das: Achte beim Kauf darauf, welchen Handelsplatz dein Broker nutzt, denn das kann sich auf Kosten und Kurse auswirken. Welche Orderarten es dabei gibt, beschreibt unser Artikel Neue Orderarten bei finanzen.net zero.
I
Indexfonds
Ein Indexfonds bildet einen Börsenindex möglichst genau nach, statt dass ein Fondsmanager aktiv einzelne Werte auswählt. Dadurch sind die Kosten meist deutlich geringer als bei aktiv gemanagten Fonds. Die meisten ETFs sind Indexfonds, die Begriffe werden deshalb im Alltag oft gleichbedeutend verwendet.
K
Kurs
Der Kurs ist der Preis, zu dem ein Wertpapier gerade gehandelt wird. Er entsteht aus Angebot und Nachfrage und ändert sich während der Handelszeiten ständig. Genau genommen gibt es meist zwei Kurse: den Briefkurs, zu dem du kaufst, und den Geldkurs, zu dem du verkaufst. Mehr dazu liest du in Trade Republic Orderbuch und Bestpreis erklärt.
L
Limit-Order
Mit einer Limit-Order legst du fest, zu welchem Preis du höchstens kaufen oder mindestens verkaufen möchtest. Wird dieser Preis nicht erreicht, wird die Order nicht ausgeführt. Das schützt dich, wenn sich der Kurs in einem hektischen Moment schnell bewegt. Bei einer Market-Order dagegen wird zum nächsten verfügbaren Kurs gehandelt, egal wie er ausfällt.
M
Marktkapitalisierung
Die Marktkapitalisierung ist der Börsenwert eines Unternehmens. Du berechnest sie, indem du die Zahl der Aktien mit dem aktuellen Kurs multiplizierst. Viele Indizes gewichten Unternehmen nach ihrer Marktkapitalisierung, große Firmen haben dort also mehr Einfluss als kleine.
MSCI World
Der MSCI World ist ein bekannter Aktienindex, der große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern enthält. Er ist nach dem Börsenwert der frei handelbaren Aktien (streubesitzbereinigte Marktkapitalisierung) gewichtet, weshalb große Länder und große Konzerne einen hohen Anteil haben. Allein auf die USA entfallen rund 73 Prozent. Schwellenländer sind darin nicht enthalten. Auf den MSCI World gibt es zahlreiche ETFs verschiedener Anbieter, wie du sie vergleichst, erfährst du in Technology-ETFs im Vergleich.
O
Ordergebühr
Die Ordergebühr ist der Preis, den dein Broker für einen Kauf oder Verkauf berechnet. Manche Anbieter verlangen einen festen Betrag pro Order, andere einen prozentualen Anteil oder bieten Flatrates an. Dazu können Fremdkosten wie Börsenentgelte kommen. Was das konkret bei einzelnen Brokern bedeutet, haben wir in unseren Konditionen-Artikeln aufgeschlüsselt.
R
Rendite
Die Rendite zeigt, wie viel deine Geldanlage in einem bestimmten Zeitraum im Verhältnis zum eingesetzten Kapital gebracht hat. Sie umfasst Kursveränderungen und Erträge wie Zinsen oder Dividenden. Wichtig: Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Wie sich Rendite und Zeit gegenseitig verstärken, zeigt die Modellrechnung in Die ersten 100.000 Euro.
Replikation
Replikation beschreibt, wie ein ETF seinen Index nachbildet. Bei der physischen Replikation kauft der Fonds die enthaltenen Wertpapiere tatsächlich, vollständig oder als repräsentative Auswahl. Bei der synthetischen Replikation wird die Wertentwicklung über Tauschgeschäfte mit einer Gegenpartei abgebildet. Beide Varianten sind reguliert, funktionieren aber unterschiedlich.
S
Sondervermögen
Bei deutschen Fonds heißt das Fondsvermögen Sondervermögen (nach dem Kapitalanlagegesetzbuch): Es wird getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt und fällt bei deren Pleite nicht in die Insolvenzmasse. Die meisten ETFs stammen aus Irland oder Luxemburg und sind rechtlich kein Sondervermögen, ihr Vermögen liegt aber ebenfalls getrennt bei einer Verwahrstelle. Vor Kursschwankungen schützt das nicht. Wie das bei einem Neobroker aussieht, erklärt Ist Trade Republic wirklich sicher und seriös?.
Sparplan
Mit einem Sparplan investierst du automatisch in regelmäßigen Abständen einen festen Betrag, etwa monatlich in einen ETF. Du musst nicht den perfekten Zeitpunkt abpassen, denn du kaufst bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen weniger. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt Trade Republic ETF-Sparplan anlegen, ändern und löschen.
Spread
Der Spread ist der Abstand zwischen Briefkurs und Geldkurs, also zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Er ist eine Art versteckte Gebühr, die bei jedem Handel anfällt. Bei gefragten Wertpapieren und zu belebten Handelszeiten ist der Spread meist klein, bei wenig gehandelten Werten oder außerhalb der Hauptzeiten kann er deutlich größer werden.

T
Tagesgeld
Tagesgeld ist ein verzinstes Konto, auf das du jederzeit zugreifen kannst. Es eignet sich gut für deinen Notgroschen, also das Geld für unerwartete Ausgaben. Die Zinsen können sich jederzeit ändern. Einlagen sind EU-weit über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt, getragen vom Sicherungssystem des Landes der Bank.
Teilfreistellung
Die Teilfreistellung ist ein Steuervorteil für Fondsanleger. Legt ein Fonds laut seinen Anlagebedingungen dauerhaft mehr als 50 Prozent seines Vermögens in Aktien an, sind für Privatanleger 30 Prozent seiner Erträge steuerfrei. Das betrifft Ausschüttungen, Verkaufsgewinne und die Vorabpauschale. Dein Broker berücksichtigt die Teilfreistellung automatisch.
TER
TER steht für Total Expense Ratio, also die laufenden Kosten eines Fonds pro Jahr. Sie wird in Prozent des Fondsvermögens angegeben und automatisch im Kurs verrechnet, du überweist also nichts extra. Über viele Jahre machen auch kleine Unterschiede in der TER etwas aus, deshalb lohnt sich der Vergleich.
V
Volatilität
Volatilität beschreibt, wie stark der Kurs eines Wertpapiers schwankt. Eine hohe Volatilität bedeutet große Ausschläge nach oben und unten, eine niedrige eher ruhige Kursverläufe. Einzelaktien und Branchenfonds sind meist volatiler als breit gestreute Fonds. Wie stark Schwankungen ausfallen können, zeigt etwa Halbleiter-ETFs einfach erklärt.
Vorabpauschale
Die Vorabpauschale betrifft vor allem thesaurierende Fonds. Sie sorgt dafür, dass jedes Jahr ein vorab angesetzter (fiktiver) Mindestertrag versteuert wird, auch wenn nichts ausgeschüttet wurde. Berechnet wird er aus dem Wert des Fonds am Jahresanfang mal 70 Prozent des Basiszinses, höchstens aber in Höhe des Wertzuwachses. Für 2026 liegt der Basiszins bei 3,20 Prozent. Die Vorabpauschale für 2026 gilt am 4. Januar 2027 als zugeflossen; die Steuer bucht die Bank in den ersten Januartagen ab, falls der Freistellungsauftrag nicht reicht. Bei Aktien-ETFs gilt auch hier die Teilfreistellung. Beim späteren Verkauf wird die Vorabpauschale angerechnet. Du zahlst also nicht doppelt. Wie sich das über lange Zeit auswirkt, erklärt Vorabpauschale nach 30 Jahren.
X
Xetra
Xetra ist das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse in Frankfurt. Hier laufen rund 70 Prozent des Orderbuchumsatzes an deutschen Börsen, gehandelt wird von 9 bis 17:30 Uhr. Viele Broker bieten Xetra als Handelsplatz an, teilweise mit anderen Gebühren als bei außerbörslichen Plätzen. Welche Kosten dort anfallen können, zeigt unser Artikel zu den CapTrader Konditionen.
Z
Zinseszins
Beim Zinseszins bringen nicht nur dein eingezahltes Geld, sondern auch die bereits erzielten Erträge neue Erträge. Dadurch wächst ein Vermögen über lange Zeiträume immer schneller. Wie stark, zeigt die Modellrechnung in Die ersten 100.000 Euro.

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