Eine Aktie kostet bei Trade Republic * 1 € Gebühr, und der eigentliche Kauf ist in einer Minute erledigt. Was Anfänger Geld kostet, sind meist nicht die Buttons, sondern die Entscheidungen davor: Betrag oder Stückzahl, Market oder Limit, morgens oder um 22 Uhr.
Hier geht es vom ersten Euro auf dem Konto bis zum Verkauf. Unterwegs klären wir, welche Orderart wann passt und was Bestpreis von Direktpreis trennt. Und warum eine 25-€-Order schlechter rechnet, als sie aussieht.
Kurz gesagt
- Erst Geld aufs Verrechnungskonto überweisen, dann kaufen.
- Aktie per Name oder besser per ISIN suchen.
- Kauf nach Betrag (Bruchteile ab 1 €) oder nach Stückzahl.
- Orderarten: Market, Limit, Stop. Limit und Stop gelten einen Tag oder 360 Tage.
- Kosten: 1 € mit Bestpreis, 2 € mit Direktpreis, jeweils plus Spread. Sparpläne kosten 0 €.
- Verkaufen läuft genauso, nur über die Position im Depot.

Bevor du loslegst
Du brauchst ein eröffnetes Depot und Guthaben auf dem Verrechnungskonto. Du brauchst ausreichend Guthaben auf dem Konto, auch für eine Limit-Order, die vielleicht erst in drei Wochen ausgeführt würde.
Für die Eröffnung reichen Smartphone, Ausweis und ein paar Minuten. Wie seriös der Anbieter dahinter ist (deutsche Vollbank unter BaFin-Aufsicht), steht ausführlich in Ist Trade Republic sicher und seriös?. Was das Konto drumherum kostet, habe ich in den Trade Republic Konditionen aufgeschlüsselt.
Noch ein Gedanke vorab. Eine einzelne Aktie kann stark schwanken, im schlimmsten Fall bis auf null. Wer gerade erst anfängt, steckt nicht das ganze Ersparte in einen Namen. Das ist keine Anlageberatung, nur Risikostreuung.

Aktie kaufen: Schritt für Schritt
So sieht der Weg in der App aus. Die Bezeichnungen können sich mit App-Updates leicht ändern, die Reihenfolge bleibt gleich.
- Geld aufs Verrechnungskonto Unten im Cash-Bereich findest du „Einzahlen“. Die normale Überweisung von deinem Girokonto auf die IBAN deines Trade-Republic-Kontos kostet nichts. Sie dauert meist ein bis zwei Bankarbeitstage. Schneller geht es per Karte, Apple Pay oder Google Pay, aber nur die erste dieser Sofort-Einzahlungen ist gratis, danach kostet jede 1 % des Betrags. Wer nicht in Eile ist, überweist.
- Aktie suchen Über die Lupe suchst du nach dem Namen oder der ISIN. Die ISIN ist eindeutig, der Name nicht: Bei „Apple“ tauchen neben der Aktie auch Derivate auf, die auf Apple laufen. Achte darauf, dass in der Detailansicht wirklich „Aktie“ steht und kein Hebelprodukt.
- Auf „Handeln“ bzw. „Kaufen“ tippen In der Detailansicht der Aktie tippst du auf Handeln und dann auf Kaufen. Jetzt öffnet sich die Ordermaske, in der du gleich alles festlegst.
- Betrag oder Stückzahl eingeben Bei Aktien, die als Bruchteil handelbar sind, kannst du einen Euro-Betrag eingeben, schon ab 1 €. Die App rechnet die Anteile selbst aus, bis zu sechs Nachkommastellen. Alternativ gibst du ganze Stücke ein. Wichtig: Bruchteile gehen nur mit einer Market-Order.
- Orderart wählen Unten links wechselst du zwischen Market, Limit und Stop. Market wird sofort zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt. Limit setzt eine Preisgrenze. Stop löst erst aus, wenn ein Kurs erreicht ist. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
- Ausführungsweg prüfen Standard ist der Bestpreis für 1 €. Wer eine bestimmte Börse will, tippt in der Orderart-Übersicht auf Market und dann auf Direktpreis. Dort wählst du aus 30 Handelsplätzen, zum Beispiel Xetra, Euronext, NYSE oder Nasdaq, und zahlst 2 €.
- Übersicht lesen und bestätigen Vor dem Absenden siehst du Wertpapier, Betrag oder Stückzahl, den geschätzten Preis und die Gebühr. Bei einer Market-Order ist der angezeigte Preis nur ein Richtwert. Passt alles, bestätigst du. Der Status steht danach im Order-Manager unter „Orders“.

Betrag oder Stückzahl?
Für Anfänger ist der Betrag meist die bequemere Wahl. Du sagst „250 € in Apple“, und die App kauft so viele Anteile, wie dafür drin sind. Bei einem Kurs von rund 180 € sind das etwa 1,4 Anteile. Dividenden gibt es auch auf Bruchteile, anteilig.
Die Stückzahl brauchst du, sobald du mit Limit oder Stop arbeiten willst. Denn diese Orderarten funktionieren bei Trade Republic nur mit ganzen Stücken. Willst du also zwei Aktien kaufen, aber nur bis 170 € je Stück, gibst du „2 Stück, Limit 170 €“ ein. Kommt der Kurs dorthin, zahlst du 340 € plus 1 €.
Orderarten: Market, Limit, Stop
Hier die Kurzfassung. Die ausführliche Version mit Beispielen steht in Orderarten bei Trade Republic.
Market
Kauft oder verkauft sofort zum nächsten verfügbaren Kurs.
Passt für: Große, liquide Aktien zu normalen Handelszeiten.
Limit
Wird nur zu deinem Wunschpreis oder besser ausgeführt.
Passt für: Nebenwerte, ruhige Einstiege, Verkäufe mit Mindestpreis.
Stop
Wird zur Market-Order, sobald ein Kurs erreicht ist.
Passt für: Verluste begrenzen oder einen Ausbruch nachkaufen.

Market ist schnell und meistens unproblematisch. Bei einem Weltkonzern mittags um eins liegen Geld- und Briefkurs eng beieinander. Bei einem kleinen Nebenwert um 22:30 Uhr kann das ganz anders aussehen. Der in der App angezeigte Preis ist bei Market nur ein Richtwert, verbindlich ist er nicht.
Mit Limit zahlst du nie mehr als geplant. Beim Kauf ist das Limit die Obergrenze, beim Verkauf die Untergrenze. Du wählst, ob die Order nur heute gilt oder 360 Tage. Der lange Zeitraum hat einen Haken: Die Order kann auch dann noch ausgeführt werden, wenn du das Geld gedanklich längst woanders verplant hast. Also gelegentlich in den Order-Manager schauen.
Stop klingt nach Sicherheitsnetz, ist aber eher ein Notausgang ohne Geländer. Ist der Stop-Kurs erreicht, wird daraus eine Market-Order. Fällt der Kurs abends schnell, wird zum nächsten verfügbaren Kurs verkauft, und der kann deutlich unter deinem Stop liegen. Ein Preisalarm ist für viele Einsteiger die ruhigere Alternative: Die App meldet sich, du schaust dir die Lage an und entscheidest selbst.
Bestpreis oder Direktpreis?
Seit dem Umbau des Handelsmodells gibt es zwei Ausführungswege. Der Bestpreis ist voreingestellt. Trade Republic vergleicht dabei in Echtzeit die Kurse an Xetra, den Euronext-Börsen, Nasdaq und der jeweils liquidesten Börse für das Wertpapier und führt deine Order gegen sich selbst aus. Kosten: 1 € pro Order, zzgl. Fremdkosten und Spreads. Gehandelt wird montags bis freitags von 7:30 bis 23:00 Uhr. Wie das aggregierte Orderbuch dahinter funktioniert, erkläre ich in Trade Republic Orderbuch und Bestpreis.
Beim Direktpreis suchst du dir die Börse selbst aus, zur Wahl stehen 30 Handelsplätze. Das kostet 2 €, also 1 € Pauschale plus 1 € Handelsplatzgebühr. Interessant ist das vor allem für US-Aktien zu US-Handelszeiten oder wenn du gezielt an Xetra handeln willst. An Börsen außerhalb des Euroraums wird umgerechnet, und der Wechselkurs steht erst bei der Ausführung fest. Als Anfänger bleibst du beim Bestpreis. Am großen Bildschirm geht beides auch im Trade Republic Web Terminal.
Was der Kauf wirklich kostet
| Vorgang | Kosten bei Trade Republic |
|---|---|
| Depot und Verrechnungskonto | 0 € |
| Kauf oder Verkauf mit Bestpreis | 1 € pro Order, zzgl. Fremdkosten und Spreads |
| Kauf oder Verkauf mit Direktpreis (Aktien, ETFs) | 2 € pro Order (1 € Pauschale + 1 € Handelsplatz) |
| Limit oder Stop anlegen, ändern, streichen | 0 € extra, bezahlt wird nur die Ausführung |
| Sparplan-Ausführung | 0 € |
| Überweisung aufs Konto | 0 € |
| Sofort-Einzahlung per Karte, Apple Pay, Google Pay | erste gratis, danach 1 % |
Der Euro wirkt harmlos, ist es bei kleinen Beträgen aber nicht. 1 € auf eine Order über 25 € sind 4 %. Bei 100 € ist es 1 %, bei 1.000 € nur noch 0,1 %. Kauf und Verkauf kosten jeweils, für eine komplette Runde mit 25 € zahlst du also 8 % des Einsatzes an Gebühren. Erst danach bist du im Plus.

Dazu kommt der Spread, die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Er steht in keiner Preisliste, wird aber bei jeder Order fällig. Bei großen Aktien zu den Haupthandelszeiten ist er meist klein, bei Nebenwerten oder spätabends oft größer als die Gebühr selbst. Wie sich das zwischen Brokern unterscheidet, zeigt der Beitrag Spread bei Trade Republic, Degiro, Comdirect und Co..
Kleine Beträge? Lieber Sparplan
Wer jeden Monat 25 oder 50 € anlegen will, nimmt dafür besser einen Sparplan. Die Ausführung kostet 0 €, und zwar bei Aktien, ETFs und Krypto. Ausgeführt wird am 2., 9., 16. oder 23. des Monats während der Xetra-Zeiten. Ändern und löschen geht jederzeit ohne Gebühr. Wie das genau funktioniert, steht in ETF-Sparplan bei Trade Republic anlegen, ändern und löschen und in Aktiensparpläne bei Trade Republic. Passende Fonds stelle ich in Die besten 5 ETF-Sparpläne bei Trade Republic vor.

Aktie verkaufen: Schritt für Schritt
Der Verkauf ist das Spiegelbild des Kaufs. Die Technik ist schnell erklärt, schwieriger ist meist der Zeitpunkt.
- Position öffnen Im Portfolio tippst du auf die Aktie, die du verkaufen willst.
- Verkaufen wählen Über Handeln und Verkaufen öffnet sich dieselbe Ordermaske wie beim Kauf.
- Menge und Orderart festlegen Stückzahl oder Betrag eingeben, Market, Limit oder Stop wählen. Beim Verkauf ist das Limit eine Untergrenze: Unter diesem Preis wird nicht verkauft.
- Bestätigen und Gutschrift prüfen Nach der Ausführung landet der Erlös abzüglich 1 € (Bestpreis) und gegebenenfalls Steuer auf deinem Verrechnungskonto. Die Abrechnung findest du im Postfach der App.
Hast du Bruchteile im Depot, verkaufst du sie per Market-Order, denn Limit und Stop gehen nur mit ganzen Stücken. Zur Steuer: Trade Republic führt als deutsche Bank die Abgeltungsteuer automatisch ab. Hast du einen Freistellungsauftrag hinterlegt, bleibt der Gewinn bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei.
Typische Anfängerfehler beim Verkauf
- Panikverkauf per Market am Abend. Wer nach einer schlechten Nachricht um 22 Uhr verkauft, erwischt oft einen breiten Spread. Ein Limit oder eine Nacht Schlaf helfen.
- Stop zu eng gesetzt. Liegt der Stop nur 2 % unter dem Kurs, reicht ein normaler Wackler, und die Aktie ist weg.
- Vergessene Limit-Order. Eine 360-Tage-Order läuft weiter, auch wenn du sie längst vergessen hast. Im Order-Manager siehst du alle offenen Aufträge.
- Mini-Verkäufe. 1 € auf einen Verkauf über 30 € sind gut 3 %. Lieber seltener und dafür in größeren Stücken.
Ein Beispiel durchgerechnet
Angenommen, auf deinem Verrechnungskonto liegen 2.000 €. Du willst Apple kaufen, die Aktie steht rechnerisch bei 178 €.
- Variante 1: 250 € als Betrag, Market, Bestpreis. Du bekommst rund 1,4 Anteile und zahlst 1 € Gebühr, also 0,4 %.
- Variante 2: 2 Stück mit Limit 170 €, Gültigkeit 360 Tage. Fällt der Kurs auf 170 €, zahlst du 340 € plus 1 €. Fällt er nicht, passiert nichts und es kostet nichts.
- Variante 3: 25 € als Einzelkauf. Die 1 € Gebühr sind hier 4 %. Als Sparplan wären es 0 €.
Unterm Strich: Die Gebühr ist niedrig, aber fix. Kleine Einzelorders rechnen sich deshalb kaum.
Für wen passt das?
Gut passt der Weg für alle, die ein paarmal im Jahr gezielt Aktien kaufen und regelmäßig per Sparplan investieren. Dann zahlst du bei Trade Republic sehr wenig. Weniger passend ist er für sehr viele kleine Einzelorders und für alle, die ständig an einer bestimmten Börse handeln wollen, dann summieren sich Gebühr und Spread. Finger weg von Hebelprodukten, solange du sie nicht verstehst; die Grundlagen stehen in Derivate einfach erklärt.
Andere Broker rechnen anders. In meinem Depot-Vergleich stehen mehrere Broker nebeneinander, Details gibt es in den Scalable Capital Konditionen und den finanzen.net zero Konditionen. Welche Schwachstellen Neobroker generell haben, beschreibt der Beitrag Neobroker: die echten Gefahren.
Häufige Fragen
Wie kaufe ich bei Trade Republic meine erste Aktie?
Geld auf das Verrechnungskonto überweisen, Aktie per Name oder ISIN suchen, auf Handeln und Kaufen tippen, Betrag oder Stückzahl eingeben, Orderart wählen und die Übersicht bestätigen. Mit Bestpreis kostet das 1 €.
Was kostet ein Aktienkauf bei Trade Republic?
Mit Bestpreis 1 € pro Order, mit Direktpreis 2 €. In beiden Fällen kommen gegebenenfalls Fremdkosten und der Spread dazu, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Sparpläne sind bei der Ausführung kostenlos.
Kann ich Bruchteile von Aktien kaufen?
Ja, bei vielen Aktien und ETFs schon ab 1 €. Das funktioniert aber nur mit einer Market-Order. Limit- und Stop-Orders gehen nur mit ganzen Stücken.
Wie lange gilt eine Limit-Order?
Du wählst zwischen tagesgültig und 360 Tagen. Danach verfällt die Order automatisch. Bis zur Ausführung kannst du sie im Order-Manager ändern oder streichen, ohne Zusatzkosten.
Was ist der Unterschied zwischen Bestpreis und Direktpreis?
Beim Bestpreis vergleicht Trade Republic die Kurse mehrerer Börsen und führt deine Order gegen sich selbst aus, für 1 €. Beim Direktpreis wählst du eine von 30 Börsen selbst und zahlst 2 €. Der Preis an der gewählten Börse kann schlechter sein.
Wann kann ich bei Trade Republic handeln?
Mit Bestpreis montags bis freitags von 7:30 bis 23:00 Uhr. Beim Direktpreis gelten die Zeiten der jeweiligen Börse.
Wie verkaufe ich eine Aktie wieder?
Position im Portfolio antippen, Handeln und Verkaufen wählen, Menge und Orderart eingeben und bestätigen. Der Erlös landet abzüglich Gebühr und gegebenenfalls Steuer auf dem Verrechnungskonto.
Fazit
Die Bedienung lernst du in einer Minute: Geld einzahlen, Aktie suchen, Betrag oder Stückzahl, Orderart, bestätigen. Die 1 € pro Order bei Trade Republic * sind auf vernünftige Beträge wenig. Auf 25-€-Tickets sind sie viel, dafür gibt es den Sparplan. Was die App dir nicht abnimmt, ist der Blick auf Spread, Uhrzeit und Orderart. Den solltest du dir angewöhnen, bevor du auf „Bestätigen“ tippst.
Das Video zum Artikel
Im Video gehe ich Kauf und Verkauf in der App durch. Es ist älter, die Bedienlogik stimmt weiterhin, die Gebühren haben sich seitdem geändert. Maßgeblich sind die Zahlen in diesem Artikel.
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