CapTrader Konditionen 2026: Ordergebühren an Xetra, US-Aktien, Optionen & Futures

CapTrader ist kein typischer Neobroker. Statt einer schlanken App mit wenigen Börsen bekommst du Zugang zu den Handelsplätzen von Interactive Brokers, inklusive Optionen und Futures. Das Preismodell ist entsprechend anders aufgebaut: Statt eines festen Euro-Betrags zahlst du an Xetra einen Prozentsatz, an US-Börsen einen Preis pro Aktie.

Ich habe die aktuellen Konditionen durchgesehen und erkläre dir, für wen sich das rechnet und für wen ein Neobroker günstiger ist.

Auf einen Blick

  • Anbieter: Introducing Broker von Interactive Brokers
  • Xetra: 0,1 % des Ordervolumens, mindestens 4 €, höchstens 99 €, Börsengebühren inklusive
  • gettex und Tradegate: 0,1 %, mindestens 2 €
  • US-Aktien: 0,01 USD je Aktie, mindestens 2 USD, höchstens 1 % des Ordervolumens
  • Optionen: Deutschland 2 € je Kontrakt, USA ab 3,50 USD
  • Futures: Deutschland 2 € (Mini-DAX-Future 1 €), USA 3,50 USD (Micro E-Mini 1,25 USD)
  • Steuer: keine Abgeltungsteuer, Gewinne erklärst du selbst in der Anlage KAP
  • Kontoeröffnung: ab 2.000 €
  • Zielgruppe: aktive Anleger, Trader und Optionshändler

Was ist CapTrader überhaupt?

CapTrader ist ein sogenannter Introducing Broker von Interactive Brokers. Du eröffnest dein Konto über CapTrader, gehandelt und verwahrt wird aber über die Infrastruktur von Interactive Brokers.

Für dich bedeutet das: Du bekommst Zugang zu sehr vielen Börsen weltweit und zur professionellen Handelsplattform von Interactive Brokers. Gleichzeitig hast du mit CapTrader einen deutschsprachigen Ansprechpartner. Das ist für viele der Hauptgrund, nicht direkt bei Interactive Brokers zu eröffnen.

Für die Kontoeröffnung brauchst du mindestens 2.000 €. Bei Auszahlungen ist die erste im Monat kostenlos, jede weitere kostet 1 € per SEPA-Überweisung oder 8 € per Banküberweisung.

Das Angebot richtet sich klar an Menschen, die mehr wollen als einen ETF-Sparplan. Optionen, Futures, Short-Selling und der Handel an internationalen Börsen stehen im Mittelpunkt. Wer nur monatlich in einen breiten ETF spart, ist bei einem Neobroker meist besser aufgehoben.

Was kostet eine Order an Xetra?

0,1 % des Ordervolumens, mindestens 4 €. Die Börsengebühren an Xetra sind darin bereits enthalten.

CapTrader Konditionen: Ordergebühr an Xetra nach Ordervolumen
Ordergebühr an Xetra: 0,1 %, mindestens 4 €, höchstens 99 €. Grafik: finanzimpuls.net

Bis zu einem Ordervolumen von 4.000 € greift die Mindestgebühr. Ob du für 500 € oder 4.000 € kaufst, kostet dich jeweils 4 €. Darüber steigt die Gebühr proportional: 10.000 € kosten 10 €, 20.000 € kosten 20 €. Nach oben ist die Gebühr gedeckelt: Mehr als 99 € pro Order zahlst du nicht. Diese Grenze erreichst du ab einem Ordervolumen von 99.000 €.

Für kleine Orders ist das deutlich teurer als bei Neobrokern, die oft 1 € oder weniger verlangen. Bei größeren Beträgen wird der Unterschied relativ kleiner, weil dann der Spread und die Qualität der Ausführung eine größere Rolle spielen.

Ordervolumen XetraOrdergebührin Prozent
500 €4,00 €0,80 %
1.000 €4,00 €0,40 %
2.000 €4,00 €0,20 %
4.000 €4,00 €0,10 %
10.000 €10,00 €0,10 %
20.000 €20,00 €0,10 %
99.000 €99,00 €0,10 %
200.000 €99,00 € (Maximum)0,05 %
CapTrader Konditionen an Xetra, eigene Beispielrechnung

Wie stark fällt die Gebühr ins Gewicht?

Bei kleinen Orders stark. 4 € auf 500 € sind an Xetra 0,8 %. Ab 4.000 € liegt die Gebühr konstant bei 0,1 %. An gettex und Tradegate greift die Mindestgebühr von 2 € nur bis 2.000 €.

CapTrader Konditionen: Gebühr in Prozent des Ordervolumens an Xetra, gettex und Tradegate
Gebühr in Prozent des Ordervolumens. Grafik: finanzimpuls.net

Ich schaue mir Gebühren immer in Prozent an. Ein Kauf für 500 € mit 0,8 % Kosten muss erst einmal 0,8 % Plus machen, bevor du überhaupt bei null bist. Beim Verkauf kommt die Gebühr noch einmal dazu.

Daraus ergibt sich eine einfache Regel: Bei CapTrader lohnen sich Einzelorders eher ab einigen tausend Euro. Für kleine, regelmäßige Käufe ist das Modell nicht gemacht. Wenn du überlegst, ob du lieber auf einmal oder in Raten investierst, hilft dir mein Beitrag Einmalkauf vs. Sparplan vs. Tranchen.

Was kosten US-Aktien bei CapTrader?

0,01 USD je Aktie, mindestens 2 USD pro Order, höchstens 1 % des Ordervolumens. Abgerechnet wird also nach Stückzahl, nicht nach Ordervolumen. Für ADRs, also Hinterlegungsscheine ausländischer Aktien, gelten 0,01 bis 0,03 USD je Stück.

CapTrader Konditionen: Ordergebühr für US-Aktien nach Stückzahl
Ordergebühr für US-Aktien: 0,01 USD je Aktie, mindestens 2 USD. Grafik: finanzimpuls.net

Bis 200 Aktien zahlst du die Mindestgebühr von 2 USD. Bei 500 Aktien sind es 5 USD, bei 1.000 Aktien 10 USD. Für teure Einzelaktien ist das sehr günstig. Kaufst du zum Beispiel 20 Aktien zu je 200 USD, also 4.000 USD, zahlst du nur 2 USD. Bei sehr billigen Aktien schützt dich die Obergrenze von 1 %: 1.000 Aktien zu je 0,50 USD kosten nicht 10 USD, sondern höchstens 5 USD.

Bei Verkäufen kommen in den USA zwei kleine regulatorische Gebühren dazu. Die SEC-Gebühr beträgt 0,0000278 des Verkaufswerts, die FINRA-Gebühr 0,000166 USD je verkaufter Aktie, maximal 8,30 USD. Bei normalen Ordergrößen sind das wenige Cent.

Beachte außerdem, dass US-Aktien in US-Dollar gehandelt werden. Für den Umtausch von Euro in Dollar fallen 0,3 Basispunkte des umgetauschten Betrags an, mindestens 3,75 € beziehungsweise 3,75 USD. Bei kleinen Beträgen ist also vor allem das Minimum spürbar. Dazu beeinflusst der Wechselkurs deine Rendite.

Was kosten andere deutsche Börsen?

In Frankfurt zahlst du 0,1 % Ordergebühr, mindestens 5,00 €, in Stuttgart 0,1 %, mindestens 5,90 €. An beiden Präsenzbörsen kommen Gebühren der Skontroführer dazu. In Frankfurt sind es 0,0504 %, mindestens 2,52 €. In Stuttgart 0,0336 % oder 0,0672 %, mindestens 0,63 €.

Bei Xetra sind die Börsengebühren im Preis enthalten, an den Präsenzbörsen nicht. Dort zahlst du also zusätzlich zur Ordergebühr die Courtage des Skontroführers. Für die meisten liquiden Aktien und ETFs ist Xetra deshalb der naheliegende Handelsplatz.

Günstiger sind gettex und Tradegate mit 0,1 % Ordergebühr, mindestens 2,00 €. Eine Änderung oder Löschung einer Limit-Order kostet an Tradegate 0,50 €. Wird die Order am selben Tag ausgeführt, bekommst du bis zu 2,50 € gutgeschrieben. Wer oft Limits nachzieht, sollte das trotzdem einplanen.

Zum Spread als zusätzlichem Kostenfaktor habe ich einen eigenen Vergleich geschrieben: Spread bei Trade Republic, Degiro, Comdirect und Co..

Was kosten Optionen und Futures?

Optionen an deutschen Börsen kosten 2,00 € pro Kontrakt, ab 1.000 Kontrakten im Monat gibt es Sonderkonditionen. An US-Börsen zahlst du ab 3,50 USD pro Kontrakt. Futures kosten in Deutschland 2,00 € pro Kontrakt, nur der Mini-DAX-Future ist mit 1 € günstiger. In den USA sind es 3,50 USD, für die Micro E-Mini-Futures (MES, MNQ, M2K, MYM) 1,25 USD.

Hier spielt CapTrader seine eigentliche Stärke aus. Viele Neobroker bieten gar keine echten Optionen und Futures an, sondern nur verbriefte Derivate wie Optionsscheine. Bei CapTrader handelst du die Kontrakte direkt an der Terminbörse, etwa an der Eurex oder an US-Börsen.

Der Unterschied ist wichtig. Optionsscheine werden von einer Bank herausgegeben, die auch den Kurs stellt. Echte Optionen werden an der Börse zwischen Käufern und Verkäufern gehandelt. Wie Call- und Put-Optionen grundsätzlich funktionieren, erkläre ich in Optionsscheine handeln: Call und Put in der Praxis. Zu Hebelprodukten allgemein findest du mehr in Faktor-Zertifikate einfach erklärt.

Ein Hinweis, der mir wichtig ist: Optionen und Futures sind riskant. Bei Stillhaltergeschäften oder Futures kannst du mehr verlieren als deinen Einsatz. Wer damit anfängt, sollte die Mechanik genau verstehen und mit kleinen Positionen üben.

CapTrader Konditionen nachrechnen: Mann mit Taschenrechner und Unterlagen
Bei prozentualen Gebühren lohnt das Nachrechnen. Foto: RDNE Stock project / Pexels

Welche Kosten übersieht man leicht?

Vor allem Fremdgebühren, Währungstausch und Kosten rund um die Steuer. Sie stehen nicht in der Ordergebühr, können sich aber summieren.

  • Skontroführer: an Präsenzbörsen wie Frankfurt und Stuttgart zusätzlich zur Ordergebühr.
  • US-Verkäufe: SEC- und FINRA-Gebühren, meist nur wenige Cent.
  • Währungstausch: 0,3 Basispunkte des Betrags, mindestens 3,75 € oder 3,75 USD.
  • Limit-Änderungen: an Tradegate 0,50 € je Änderung oder Löschung, Gutschrift bis 2,50 € bei Ausführung am selben Tag.
  • Quellensteuer: auf ausländische Dividenden wird Quellensteuer einbehalten.
  • Auszahlungen: die erste im Monat gratis, jede weitere 1 € per SEPA oder 8 € per Banküberweisung.
  • Spread: bei jeder Order, besonders bei Nebenwerten.
  • Marktdaten: Echtzeitkurse für einzelne Börsen können kostenpflichtig sein.

Ein weiterer Punkt ist die Steuer. CapTrader führt keine Abgeltungsteuer ab, wie es deutsche Banken tun. Es gibt keine deutsche Steuerbescheinigung, und einen Freistellungsauftrag kannst du nicht stellen. Deine Gewinne trägst du selbst in der Anlage KAP deiner Steuererklärung ein. Auf Dividenden ausländischer Aktien wird außerdem Quellensteuer einbehalten. Wie du deine Steuerlast legal senken kannst, beschreibe ich in Mehr Rendite durch Steueroptimierung.

Ab welcher Ordergröße rechnet sich CapTrader?

Das hängt davon ab, womit du vergleichst. An Xetra liegt die Gebühr ab 4.000 € konstant bei 0,1 %, bei US-Aktien mit hohem Kurs oft deutlich darunter.

Ein Beispiel für deutsche Aktien: Kaufst du zehnmal im Jahr für jeweils 5.000 € an Xetra, zahlst du pro Order 5 €, insgesamt 50 € für die Käufe. Bei einem Neobroker mit 1 € pro Order wären es 10 €. Der Neobroker ist hier also günstiger, sofern Spread und Ausführung vergleichbar sind.

Bei US-Aktien sieht das anders aus. Kaufst du 20 Aktien eines Werts zu je 250 USD, also 5.000 USD, zahlst du bei CapTrader die Mindestgebühr von 2 USD und handelst direkt an der US-Börse zu US-Handelszeiten. Gerade wer gezielt amerikanische Einzelwerte handelt, kann davon profitieren.

Mein Fazit dazu: CapTrader rechnet sich weniger über die reine Ordergebühr als über den Zugang. Wenn du Börsen, Produkte oder Ordertypen brauchst, die Neobroker nicht anbieten, zahlst du dafür einen fairen Preis. Wenn nicht, gibt es günstigere Wege.

Vorteile und Nachteile der CapTrader Konditionen

Für aktive Trader und Optionshändler überwiegen die Vorteile. Für Einsteiger mit kleinen Beträgen sind die Nachteile deutlich.

Vorteile

  • Zugang zu vielen Börsen weltweit
  • Echte Optionen und Futures
  • US-Aktien ab 2 USD pro Order
  • Xetra-Börsengebühren inklusive
  • Professionelle Handelsplattform
  • Deutschsprachiger Ansprechpartner

Nachteile

  • Mindestgebühr 4 € an Xetra
  • Teuer bei kleinen Orders
  • Frankfurt und Stuttgart mit höherer Mindestgebühr plus Skontroführer
  • Währungstausch mindestens 3,75 €
  • Keine Abgeltungsteuer: Gewinne selbst in der Anlage KAP erklären
  • Plattform für Einsteiger komplex
CapTrader Konditionen: Zwei Personen besprechen einen Finanzbericht
Konditionen im Detail prüfen. Foto: Mikhail Nilov / Pexels

Für wen sind die Konditionen geeignet?

Für erfahrene Anleger, die größere Orders platzieren, an internationalen Börsen handeln oder mit Optionen und Futures arbeiten. Für sie ist CapTrader eine der wenigen deutschsprachigen Möglichkeiten.

Weniger passend ist der Broker, wenn du hauptsächlich per Sparplan in ETFs investierst oder kleine Einzelkäufe machst. Dann zahlst du bei Neobrokern deutlich weniger. Wie ein günstiger Einstieg mit breitem ETF aussieht, zeige ich in Welcher Welt-ETF ist der beste?.

Zum Vergleich lohnt ein Blick auf die Alternativen. In meinem Depot-Vergleich stelle ich mehrere Broker nebeneinander. Einzeln vorgestellt habe ich unter anderem Scalable Capital und finanzen.net zero. Wenn CapTrader zu dir passt, kannst du das Konto direkt bei CapTrader * eröffnen.

Die Preise der anderen Broker habe ich nach demselben Schema aufgeschlüsselt: Trade Republic Konditionen, Scalable Capital Konditionen und finanzen.net zero Konditionen. So kannst du die Kosten direkt nebeneinanderlegen.

Fazit

Die CapTrader Konditionen sind 2026 für aktive Trader attraktiv. An Xetra zahlst du 0,1 %, mindestens 4 €, bei US-Aktien 0,01 USD je Aktie, mindestens 2 USD. Optionen in Deutschland kosten 2 € pro Kontrakt, Futures 2 € in Deutschland und 3,50 USD in den USA, für Mini-DAX- und Micro-E-Mini-Futures weniger.

Für kleine Orders und reine Sparplan-Anleger ist das Modell zu teuer. Dazu kommen Fremdgebühren, Währungstausch und mehr Aufwand bei der Steuer, weil du deine Gewinne selbst in der Anlage KAP erklärst. Wer größere Beträge bewegt oder echte Derivate handeln will, bekommt dafür sehr viel Börsenzugang.

Wenn das zu deiner Art zu handeln passt, kannst du hier ein Konto bei CapTrader * eröffnen.

Häufige Fragen zu den CapTrader Konditionen

Was kostet eine Aktienorder an Xetra bei CapTrader?

0,1 % des Ordervolumens, mindestens 4 € und höchstens 99 €. Die Börsengebühren an Xetra sind enthalten.

Was kosten US-Aktien bei CapTrader?

0,01 USD je Aktie, mindestens 2 USD pro Order. Bei Verkäufen kommen SEC- und FINRA-Gebühren dazu, meist nur wenige Cent.

Ist CapTrader dasselbe wie Interactive Brokers?

Nein. CapTrader ist ein Introducing Broker von Interactive Brokers. Du eröffnest über CapTrader, die Abwicklung läuft über Interactive Brokers.

Kann ich bei CapTrader Optionen handeln?

Ja. Optionen an deutschen Börsen kosten 2 € pro Kontrakt, an US-Börsen ab 3,50 USD. Ab 1.000 Kontrakten im Monat gibt es in Deutschland Sonderkonditionen.

Lohnt sich CapTrader für ETF-Sparpläne?

Eher nicht. Für regelmäßige kleine Beträge sind Neobroker mit kostenlosen Sparplänen meist günstiger.

Führt CapTrader Abgeltungsteuer ab?

Nein. Es gibt keine deutsche Steuerbescheinigung und keinen Freistellungsauftrag. Gewinne erklärst du selbst in der Anlage KAP. Zusatzkosten gibt es außerdem an Präsenzbörsen: Frankfurt mindestens 5,00 €, Stuttgart mindestens 5,90 €, jeweils plus Skontroführer.

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