Trade Republic war lange eine Handy-App mit einer Website, die sich wie eine abgespeckte App anfühlte. Das neue Web-Terminal dreht das um: Boards, Widgets, TradingView-Kerzencharts, Aktienscreener und dasselbe Bestpreis-/Direktpreis-Modell wie auf dem Smartphone. Ich gehe die Oberfläche so durch, wie sie am Rechner sitzt – inklusive der Stellen, die man erst findet, wenn man sie sucht.
Trade Republic *
finanzen.net zero *
Scalable Capital *
Kurzfassung, falls du nicht alles lesen willst
- Drei Standard-Boards: Research, Trading, Leverage. Plus freie Boards aus Widgets.
- Aktienscreener mit KGV, Marge, Sektor, Marktkapitalisierung. Achtung: „10B“ heißt 10 Milliarden, nicht Billionen.
- Bestpreis 1 €, selbst gewählte Börse 2 €. Orderbuch aggregiert und indikativ.
- Viele Ausführungen als Kommissionsgeschäft / OTC. Der Spread bleibt Teil des Preises.
- TradingView im Browser: Kerzen, RSI, EMAs, Linien, logarithmischer Chart.
- Zwei Charts nebeneinander gehen über ein zweites Chart-Widget.
- Depot oben rechts ist kleiner als früher. QR-Login vom Handy auf den Desktop.
- Kein Ersatz für Interactive Brokers. Für Kerzen und Screener am Desktop ein klarer Schritt nach vorn.

Was das Web-Terminal ist – und was nicht
Wer Aktien oder einen ETF kauft, kennt den Ablauf: Titel suchen, Geld- und Briefkurs checken, Limit setzen, auf Ausführung warten. Auf dem Handy geht das in wenigen Klicks. Am großen Bildschirm fehlte bei Trade Republic lange genau das, was man von einem Terminal erwartet: Platz für Chart, Buch und Liste gleichzeitig.
Das Web-Terminal soll diese Lücke schließen. Oben liegen sogenannte Boards. Rechts siehst du Brokerage, Crypto und verfügbares Cash. Die Positionsanzeige ist kleiner als in der alten Webansicht. Über den Buchstaben oben links kommst du zurück zur klassischen Übersicht. Das Terminal ersetzt die App nicht. Es ergänzt sie für den Bildschirm, an dem man länger sitzt.
Im Video vom 09.07.2026 hat Alex rund 90 Minuten in der Oberfläche verbracht und danach knapp 25 Minuten gezeigt. Mir ist aufgefallen: Manche Icons erklären sich nicht von allein. Ein paar Bugs gehören zur ersten Generation. Rechne den ersten Nachmittag als Lernzeit, nicht als Handelssitzung.
Depot eröffnen oder parallel vergleichen: Trade Republic *, finanzen.net zero *, Scalable Capital *. Links mit * sind Affiliate-Links.
Die App-Seite mit Orderbuch, FIFO und der Positionsansicht liegt hier: Trade Republic Orderbuch und Bestpreis.
Boards und Widgets: erst leer machen
Alex hat im Clip alles gelöscht und bei null angefangen. Das ist der sinnvollste Einstieg. Plus oben legt ein Board an. Vorlagen: Research, Trading, Leverage oder ein leeres Board. In jedes Board hängst du Funktionen. Trade Republic nennt sie nicht immer Widgets, gemeint sind aber genau diese Kacheln: Screener, Heatmap, Chart, Buch, Instrumentenkarte.
Die Größe rastet an einem Raster. Du ziehst Ecken, die Kachel springt auf das nächste Rasterfeld. Farbe ist Kosmetik – rot, neutral, wieder löschen. Ein Klick macht das Widget voll. Zurück geht über dasselbe Symbol. Vorgegebene Boards haben feste Startlayouts. Du kannst sie trotzdem verschieben.
Kleine Bugs gehören dazu. Im Video sprang ungefragt die Micron-Aktie in den Fokus, obwohl ein anderes Board gemeint war. Solche Sprünge nerven, ändern aber nichts an der Logik. In den nächsten Wochen und Monaten sollte das ruhiger werden. Bis dahin: einmal speichern, einmal neu laden, dann weiterbauen.
Research Board: Heatmap und Screener
Research ist die Such- und Überblickswand. Die Heatmap zeigt Indizes farbig. Nasdaq 100 ist die Voreinstellung. Wechselst du auf Deutschland, siehst du auf einen Blick, welche großen Namen an dem Tag vorne lagen. Im Clip war das Siemens – einmal als ADR, warum auch immer. Nach Branchen dieselbe Logik: große Fläche, starke Bewegung, kleine Fläche, wenig Gewicht. Das ist Orientierung, kein Research-Bericht und keine Kaufidee.
Der Screener ist die eigentliche Neuerung. Neuer Screener, dann Assetklasse: Aktien, ETF oder Krypto. Ungefiltert ist die Liste nutzlos. Filter sitzen unten rechts.
Im Video: Marktkapitalisierung bis 10B. B steht für Billion im Englischen, also Milliarde. Die Oberfläche ist nicht sauber eingedeutscht. Wer 10 Billionen erwartet, filtert am Thema vorbei. KGV 10 bis 35, Dividendenrendite, Sektor – das sind die ersten Stellschrauben. Zusätzlich lassen sich Filter anhängen: gleitende Durchschnitte, Umsatz, Verschuldung, Volatilität, Nettomarge. Alex hat die Nettomarge auf 25 bis 100 % gesetzt, nur um zu sehen, wie eng die Liste wird.
Das Ergebnis sortierst du nach Market Cap, Tagesveränderung oder KGV. Mini-Tagescharts sitzen in der Zeile. Genau das fehlt in der App-Liste. Watchlist und Preisalarm sind vorgesehen. Den Alarm hat Alex nach 90 Minuten noch nicht zuverlässig gefunden. Zugegebenermaßen: Wenn ein Button existiert, aber niemand ihn findet, ist das kein Feature, sondern eine Baustelle.
„Je größer der Spread und je dünner der Markt, desto teurer wird der Handel.“ Der Screener filtert Kennzahlen. Den Spread siehst du erst im Trading-Board. Beides zusammen ergibt erst ein Bild.
Instrument und Insights am Desktop
Klickst du einen Titel an, öffnet sich die Wertpapierkarte. Sie ist klein. Vergrößern geht, intuitiv ist es nicht. Oben der Linienchart mit Zeitraum. Darunter Insights: was Analysten sagen, Gewinn je Aktie, Dividenden. Nachrichten lassen sich lesen. Termine, Jahres- und Quartalszahlen sitzen weiter rechts. Du musst horizontal schieben. Das hat Alex im Clip mehrfach gesagt – und er hat recht. Eine Tab-Leiste wäre klarer gewesen.
Inhaltlich entspricht das der App, nur mit mehr Fläche. Wer die App kennt, findet sich zurecht. Wer zum ersten Mal kommt, sucht die nächste Karte länger als nötig. In der Praxis hat sich gezeigt: erst den Titel in den Screener holen, dann die Karte aufziehen, dann ins Trading-Board wechseln. Drei Klicks statt einem. Dafür siehst du mehr Zahlen auf einmal.
Trading Board: Orderbuch, Bestpreis, Direktpreis
Hier sitzt der Alltag. Mitte: Kerzenchart. Daneben Buch und Orderstrecke. Geld- und Briefkurs siehst du vorher. Das ist übersichtlicher als in der App, einfach weil der Bildschirm größer ist. Du musst nicht mehr unter die Kacheln wischen, um den Spread zu finden.
| Bestpreis | Direktpreis | |
|---|---|---|
| Pauschale | 1 € je Kauf oder Verkauf | 2 € je Kauf oder Verkauf |
| Platz | Broker entscheidet | du, rund 30 Börsen |
| Buch | aggregiert, indikativ | oft das Buch des gewählten Platzes |
| Beispiele | Referenzbörsen-Algorithmus | Xetra, Euronext, Nasdaq, NYSE |
| Für wen | Alltag und Sparplan-Alltag plus Einzelkauf | wer bewusst den Platz will |
Live-Daten mancher Plätze können extra kosten. Im Video tauchen Nasdaq-Tiefe und Borsa Italiana mit Preisschild auf. Wer zwischen 9 und 17:30 Uhr Standardwerte handelt, bleibt meist bei Bestpreis und den freien Indikationen. Madrid-Buch oder italienische Geld-/Brief-Daten brauchst du für den MSCI-World-ETF nicht.
Time & Sales listet Abschlüsse mit Uhrzeit und Stückzahl. Das Buch darunter bündelt Käufer- und Verkäuferseite. Trade Republic schreibt: aggregierte Daten aller relevanten Börsen. Es ist kein volles Xetra-Profibuch. Bei Tesla oder einem Nasdaq-100-ETF reicht es, um zu sehen, ob überhaupt etwas über den Tisch geht. Bei einer dünnen Vorzugsaktie siehst du das Gegenteil.
Sparpläne bleiben in der Regel ohne die 1-€-Pauschale. Die 1 € und 2 € gelten für den Einzelkauf und den Einzelverkauf. Teilausführungen am selben Tag sollen die Pauschale nicht mehrfach auslösen. Die Abrechnung trotzdem prüfen. Gebührenstände ändern sich.
OTC, Routing und der Spread-Test
Die Ausführungsart ist der Teil, den viele überlesen. Meist läuft die Order als Kommissionsgeschäft. Trade Republic handelt im Namen des Kunden mit Dritten oder als Gegenpartei, darf bündeln oder selbst die andere Seite sein. Viele Fills laufen außerbörslich (OTC). Dann sucht der Broker intern die Gegenposition. Der Fill steht nicht automatisch im Xetra-Band.
Den Spread zwischen Geld und Brief streicht in dem Modell der Vermittler. Zu den Kernzeiten oft nah am Börsenspread. Nachts, am Wochenende und bei dünnen Titeln nicht. Deshalb bleibt eine Market-Order ohne Limit nach 22 Uhr ein Anfängerfehler – am Desktop genauso wie in der App.
Routing-Kriterien laut Oberfläche: zuerst das Gesamtentgelt (Kurs plus Gebühr, Clearing, Abwicklung). Dann Liquidität, Tempo, Ausführungswahrscheinlichkeit, technische Infrastruktur, Sicherheit. Im Video steht Sicherheit hinten in der Liste. Das ist kein Vorwurf, sondern der Text, den du einmal lesen solltest, bevor du „Bestpreis“ für selbstverständlich hältst.
Praxis im Clip, 16:18 Uhr: Einhell-Vorzüge. Wenig Stückzahlen, Spread rund 30 Cent. Bei Tesla blinkt das Buch. Bei der Nebenwerte-Vorzugsaktie siehst du, wie dünn der Markt ist. Limit statt Market. „Die Obergrenzen beim Kauf werden zu den Untergrenzen beim Verkauf.“ Das gilt auch hier.
Das System ist neu. Abrechnung gegen Anzeige halten. Wenn Kurs oder Pauschale nicht passen: Screenshot, nicht ignorieren. In der Praxis hat sich gezeigt, dass neue Routing-Systeme sich in den ersten Wochen verrechnen können. Nicht immer, aber oft genug, dass Nachrechnen sich lohnt.
Hebelprodukte gehören ins Leverage-Board, nicht ins Alltags-Research. Grundlagen: Derivate einfach erklärt. Orderarten in der App: Orderarten bei Trade Republic.
TradingView-Charts im Browser
Der Chart in der Mitte ist TradingView, nicht die alte Strichlinie der App. Kerzen sind Standard. Indikatoren: RSI, gleitende Durchschnitte (EMAs), frei konfigurierbar. Werkzeuge: Unterstützungslinien, Preisspannen messen. Logarithmischer Modus für lange Historie – sinnvoll, wenn ein Titel über Jahre um ein Vielfaches gestiegen ist und die lineare Achse alles plattdrückt. Zeitraum von Intraday bis Jahre.
Was fehlt gegen ein volles TradingView-Abo oder Interactive Brokers: Order-Markierungen im Chart. Du siehst nicht, wo das Limit lag und wo der Stop gegriffen hat. Weniger Layouts, weniger Skripte, kein eigenes Pine-Universum. Alex sagt das klar. Für jemanden, der bisher nur die App-Linie kannte, ist das trotzdem ein Sprung. Du musst kein zweites Fenster mit TradingView.com mehr aufmachen, nur um eine Kerze zu sehen.
Vollbild ist kein echtes Vollbild. Rechts, links, oben bleibt Rand. Das ist berechtigte Kritik. Wenn schon ein Chart-Modus „voll“ heißt, soll die Fläche auch voll sein.
Geheimtipp aus den letzten Minuten des Videos: zweites Chart-Widget auf dasselbe Board ziehen, Größe anpassen, zwei Werte nebeneinander. Geht. Hätte man früher sagen können. Praktisch, wenn du Index und Einzelwert oder Aktie und zugehöriges Derivat gleichzeitig sehen willst. Es ersetzt kein Multi-Monitor-Setup, reicht aber für den Vergleich auf einem 27-Zoll-Schirm.
Leverage Board, Depot und QR-Login
Leverage sammelt Knock-outs, Optionsscheine und Faktor-Zertifikate. Suchen, filtern, dann in denselben Chart und dasselbe Buch. Die Produktlogik ändert sich nicht, nur die Fläche. Hebel bleibt Hebel: Totalverlust möglich, Stop-Out möglich. Nur Geld, das wegfallen darf. Eine schöne Kerze im Terminal macht aus einem KO-Schein keinen ETF.
Die echte Depotliste sitzt oben rechts. Sie ist nutzbar, aber klein. Ein eigenes großes Depot-Widget fehlt. Alex wünscht sich genau das: eine Kachel, in der Positionen, Cash und Summe so groß sind wie der Chart. Bis die kommt, bleibt der Umweg über das Profil bzw. die kompakte Summe oben.
QR-Code-Login vom Handy auf den Desktop geht schnell. Sinnvoll, wenn du nicht jedes Mal die lange Web-Anmeldung tippen willst. Sicherheit bleibt Sache deines Geräts: Handy entsperrt, QR sichtbar, Session am Rechner. Den Code nicht auf einem geteilten Bildschirm liegen lassen.
Eigenes Dashboard bauen
Leeres Board, Widgets setzen. Ein sinnvoller Alltag: Screener links schmal, Chart groß in der Mitte, Buch rechts, Heatmap klein unten oder auf einem zweiten Board. Speichern passiert mit dem Board. 90 Minuten Einarbeitung reichen nicht für jedes Icon. Rechne den ersten Nachmittag als Lernzeit.
Farben helfen nur, wenn du sie sparsam nutzt. Ein rotes Buch neben einem roten Screener sieht nach Alarm aus und sagt nichts. Lieber eine Farbe für den aktiven Titel, der Rest neutral. Das Raster zwingt zur Ordnung. Wenn etwas nicht einrastet, ist das Widget oft einen Tick zu groß für die Zeile – kleiner ziehen, dann sitzt es.
Zwei Boards parallel sind erlaubt. Research links im Kopf, Trading rechts in der Praxis. Oder ein Board nur für Leverage, damit der Alltag nicht voller Scheine hängt. Wie du es schneidest, bleibt dir. Wichtig ist: nicht alles auf eine Fläche packen und sich wundern, warum nichts lesbar ist.
Vergleich: App, Zero, Scalable, IB
Die App bleibt besser für unterwegs und für FIFO-Tranchen in der Positionsansicht. Das Terminal gewinnt bei Chart, Screener und zwei Fenstern. Wer beides hat, nutzt beides: Sparplan und Blick aufs Smartphone, Analyse am Rechner.
finanzen.net zero * hat eine klare App und unter 500 € oft 1 € Mindermenge. Ein Widget-Terminal dieser Art fehlt. Scalable Capital * zeigt Mini-Charts in Listen, die Trade Republic in der App gestrichen hat – im Terminal kommen sie über den Screener zurück. Prime+ ohne Ordergebühr ab Schwelle bleibt ein anderes Preismodell als 1 € Bestpreis.
Interactive Brokers bleibt die Referenz für Profis: mehr Order-Typen im Chart, mehr Daten-Abos, mehr Komplexität. Wer bewusst ein klassisches Börsenterminal will, schaut zusätzlich CapTrader * an. Das ist eine andere Liga, kein 1-€-Sparplan-Alltag. Ein Wechsel nur wegen zweier Kerzen nebeneinander ist selten sinnvoll. Ein Wechsel, weil du Optionen, Short und echte Stops im Chart brauchst, kann es sein. Keine Empfehlung, nur die Abgrenzung.
Dark Mode und Lesbarkeit
Drei Varianten: System, hell, dunkel. Alex nutzt hell, weil der Kontrast sitzt. Dunkel wirkt moderner. Graue Fläche plus grauer Text wird bei Sonne schwer. Das ist Geschmack und Sehstärke, keine Moral. Systemdesign folgt dem Rechner: nach Sonnenuntergang schwarz, tagsüber hell. Wer den ganzen Tag am Fenster sitzt, bleibt besser bei hell.
Mir ist aufgefallen, dass gerade die sekundären Texte – Filterlabels, kleine Kennzahlen – im Dark Mode zuerst kippen. Wenn du sie nicht liest, setzt du den falschen Filter. Lieber fünf Minuten mit hell testen, als den Screener im Halbdunkel falsch zu füttern.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Echte Kerzen und Indikatoren ohne extra TradingView-Abo.
- Screener mit fundamentalen und technischen Filtern.
- Orderbuch und Geld/Brief auf einem Schirm.
- Zwei Charts auf einem Board.
- Bestpreis bleibt 1 €, Direktpreis 2 € – nachvollziehbar.
- QR-Login vom Handy.
Nachteile
- Depot-Widget zu klein, Vollbild-Chart kein Vollbild.
- Frische Bugs, englische Milliarden-Kürzel im Screener.
- OTC und Eigenhandel als Gegenpartei muss sitzen, bevor Market fällt.
- Kein IB-Funktionsumfang, keine Order-Markierungen im Chart.
- Preisalarm und manche Icons sind schlecht auffindbar.
- Insights-Karte muss man seitlich schieben.
Für wen geeignet
Eher ja, wenn du schon bei Trade Republic * bist und am Rechner mehr sehen willst als die App-Linie. Oder wenn du einen Screener ohne Zweittool testen willst. Auch ja, wenn du ETF und Einzelaktie vergleichen und dazu einmal das Buch sehen möchtest.
Eher nein, wenn du Daytrading mit Chart-Stops brauchst. Dafür bleibt ein Profi-Broker. Und eher nein, wenn du nur den Sparplan drückst – die App reicht, das Terminal wäre Spielerei.
Einstieg ins Terminal ist kein Kaufsignal. Limit, Spread, nur entbehrliches Geld. Rechenweg für die Pauschale: 20 Käufe Bestpreis kosten 20 € im Jahr, dieselben 20 als Direktpreis 40 € – plus Spread. Bei einem 200-€-Ticket sind 2 € ein Prozent, bei 2.000 € 0,1 Prozent. Deshalb bleibt Bestpreis der Alltag, Direktpreis die bewusste Ausnahme. Wer unsicher ist, lässt die ersten Orders klein und mit Limit laufen und vergleicht den Fill mit Geld und Brief auf dem Schirm.
Fazit
Das Update ist ein Schritt nach vorn für alle, die Kerzen und Filter am Desktop wollen. Ein voreiliger Wechsel auf 2 € Direktpreis ist nicht immer sinnvoll. Ein Market in der Einhell-Vorzugsaktie um 16:18 Uhr mit 30-Cent-Spread auch nicht. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Zwei Charts nebeneinander und der Screener rechtfertigen die Einarbeitung. Die fehlende Depot-Kachel und das unechte Vollbild bleiben offen.
Wer die App schon nutzt, sollte das Terminal einmal leer aufsetzen und eine Stunde klicken, ohne zu handeln. Wer noch kein Depot hat, vergleicht parallel Trade Republic * mit finanzen.net zero * und Scalable Capital * – nicht wegen des Terminals allein, sondern wegen Gebühr, Sparplan und dem, was du wirklich handelst.
Häufige Fragen
Kostet das Web-Terminal extra?
Die Oberfläche nicht. Orders wie in der App: 1 € Bestpreis, 2 € Platzwahl. Manche Marktdaten extra. Sparplan in der Regel ohne die 1-€-Pauschale.
Ersetzt es die App?
Nein. FIFO-Tranchen, Push und der Alltag unterwegs bleiben auf dem Handy oft schneller. Das Terminal ist die Arbeitsfläche für den Schreibtisch.
Sind die Charts wirklich TradingView?
Ja, eingebettet. Nicht der volle Pro-Account. RSI, EMAs, Linien und logarithmischer Modus reichen für den Blick. Order-Stops im Chart fehlen.
Kann ich zwei Werte gleichzeitig sehen?
Ja. Zweites Chart-Widget auf dasselbe Board, Größe ziehen. Kein Geheimnis, nur schlecht dokumentiert.
Ist OTC schlecht?
Nicht automatisch. Du musst wissen, dass nicht jeder Fill über Xetra läuft, und den Spread prüfen. Zu den Kernzeiten oft nah am Börsenspread, nachts nicht.
Brauche ich Marktdaten-Abos?
Für Standardzeiten und liquide Titel meist nicht. Sobald ein Platz ein Preisschild zeigt, vorher lesen.
Wann Direktpreis statt Bestpreis?
Wenn du den Platz bewusst willst und 2 € im Verhältnis zum Ticket klein sind. Bei 200 € Ticket selten, bei mehreren Tausend Euro eher vertretbar.
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