Alphabet, Microsoft, Amazon: Quartalszahlen und Fed-Entscheid – was die Woche für dein Depot bedeutet

Am Mittwoch und Donnerstag legen Alphabet, Microsoft und Amazon ihre Quartalszahlen vor. Zusammen mit Meta wollen die vier Konzerne 2026 rund 730 Milliarden Dollar investieren, vor allem in KI-Rechenzentren. Am selben Mittwoch entscheidet die US-Notenbank über den Leitzins, einen Tag später die EZB. Selten hängt so viel an so wenigen Tagen.

Hallo und schön, dass du da bist. Hast du eine der drei Aktien im Depot oder einen ETF auf den Nasdaq 100 oder den MSCI World? Dann betrifft dich diese Woche direkt. Die drei Konzerne gehören dort zu den Schwergewichten. Nach den Meta-Zahlen in der vergangenen Woche ist die Stimmung gekippt. Jetzt geht es um die Frage, ob sich die riesigen KI-Ausgaben bezahlt machen. In diesem Artikel zeige ich dir, was die Analysten erwarten, auf welche Zahlen ich achte und wann genau was passiert. Am Ende sage ich dir, wie ich mit der Woche umgehe.

Googleplex in Mountain View, Zentrale von Alphabet vor den Quartalszahlen Q3 2026
Foto: Asoundd, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Kurzfassung, falls du nicht alles lesen willst

  • Alphabet und Microsoft berichten am Mittwoch, 28. Oktober, nach US-Börsenschluss. Amazon folgt am Donnerstag, 29. Oktober.
  • Die Fed entscheidet am Mittwoch um 19 Uhr deutscher Zeit. Der Markt rechnet zu rund 90 Prozent damit, dass der Leitzins bei 3,75 bis 4,00 Prozent bleibt.
  • Die EZB entscheidet am Donnerstag. Eine Pause beim Einlagensatz von 2,50 Prozent gilt als nahezu sicher.
  • Bei allen drei Konzernen zählt vor allem das Cloud-Geschäft und die Frage, wie viel Geld in Rechenzentren fließt.
  • Alphabet hatte im zweiten Quartal einen negativen Free Cashflow. Das ist für mich der heikelste Punkt der Woche.

Wann kommen die Zahlen genau, und warum ist die Uhrzeit diesmal anders?

Alle drei Konzerne melden nach Börsenschluss in New York. Wichtig für dich: In Deutschland gilt seit heute die Winterzeit, in den USA erst ab dem 1. November. In dieser Woche liegen New York und Frankfurt deshalb nur fünf statt sechs Stunden auseinander.

Konkret heißt das: Die US-Börse schließt um 21 Uhr deutscher Zeit. Kurz danach kommen die Zahlen. Alphabet startet seine Telefonkonferenz am Mittwoch um 21:30 Uhr, Microsoft um 22:30 Uhr. Amazon lädt am Donnerstag um 22 Uhr ein. Die erste Kursreaktion siehst du also am späten Abend im nachbörslichen Handel. An deutschen Handelsplätzen mit langen Abendhandelszeiten kannst du das live verfolgen.

Die Fed verkündet ihre Entscheidung am Mittwoch um 19 Uhr. Um 19:30 Uhr beginnt die Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh. Am Donnerstag um 13:30 Uhr folgen die erste Schätzung zum US-Wachstum im dritten Quartal und die PCE-Inflationsdaten für September. Die EZB-Pressekonferenz beginnt am Donnerstag um 14:45 Uhr.

Was erwartet der Markt von der Fed am Mittwoch?

Nichts Spektakuläres. Im September hat die Fed den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Es war die erste Erhöhung seit Juli 2023. Für Mittwoch preisen die Terminmärkte eine Pause mit rund 90 Prozent Wahrscheinlichkeit ein.

Spannender ist der Ausblick. Für Dezember sehen die Märkte eine weitere Erhöhung als wahrscheinlich an, mit gut 70 Prozent. Neue Zinsprognosen der Notenbanker gibt es im Oktober nicht. Deshalb kommt es auf jedes Wort von Warsh an. Deutet er an, dass die Fed im Dezember nachlegt, dürften Tech-Aktien darunter leiden. Höhere Zinsen drücken auf die Bewertung von Unternehmen, deren Gewinne zu einem großen Teil in der Zukunft liegen.

Für dich als Anleger in Euro kommt noch der Wechselkurs dazu. Ein steigender Dollar macht US-Aktien in deinem Depot mehr wert, ein fallender weniger. Das gleicht Kursbewegungen manchmal aus, manchmal verstärkt es sie.

Und was macht die EZB am Donnerstag?

Laut Terminmarkt liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Pause bei 96 Prozent. Der Einlagensatz dürfte bei 2,50 Prozent bleiben. Die Inflation im Euroraum ist im September zwar auf 3,7 Prozent gestiegen, vor allem wegen der Energiepreise. Viele Ökonomen erwarten den nächsten Zinsschritt aber erst im Dezember, wenn die EZB neue Prognosen vorlegt.

Für Tagesgeld und Festgeld ändert sich am Donnerstag also wahrscheinlich nichts. Interessant wird, ob EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine Erhöhung im Dezember deutlich ankündigt. Die Analysten von Nomura rechnen damit.

Wie haben sich die drei Aktien 2026 bisher entwickelt?

Alle drei liegen seit Jahresbeginn im Plus, aber nicht weit. Microsoft hat sich mit plus 8,5 Prozent am besten geschlagen und stand am 13. Oktober noch auf einem Jahreshoch von 543,45 Dollar. Amazon kommt auf plus 7,4 Prozent, Alphabet nur auf plus 2,3 Prozent.

Der Verlauf war sehr unterschiedlich. Alphabet stand im Mai bei 402,62 Dollar und hat seitdem rund 20 Prozent verloren. Am Freitag schloss die Aktie bei 320,21 Dollar. Microsoft lag dagegen Ende Juni noch 27 Prozent unter dem Stand vom Jahresanfang und hat sich erst mit den Zahlen Ende Juli erholt. Amazon schloss am Freitag bei 248 Dollar, gut 12 Prozent unter dem Hoch vom August.

Grafik: Kursentwicklung der Aktien von Alphabet, Microsoft und Amazon seit Jahresbeginn 2026 im Vergleich
Grafik: finanzimpuls.net, Daten: Yahoo Finance

Die letzten Tage waren für alle drei schwach. Nach den Meta-Zahlen am vergangenen Mittwoch fiel Alphabet von 334,76 auf 320,21 Dollar. Amazon rutschte von 262,37 auf 248 Dollar. Der Markt hat also schon etwas Vorsicht eingepreist. Das kann helfen, wenn die Zahlen ordentlich ausfallen.

Warum schaut jetzt alle Welt auf die Investitionen?

Weil Meta gezeigt hat, wie schnell die Stimmung drehen kann. Meta hat im dritten Quartal mehr Geld ausgegeben, als das Geschäft eingebracht hat. Die Aktie fiel danach um 7 Prozent. Mehr dazu findest du in meinem Artikel zu den Meta-Quartalszahlen.

Bei Alphabet und Amazon ist genau das schon passiert. Alphabet hatte im zweiten Quartal einen Free Cashflow von minus 5,9 Milliarden Dollar. Amazon kam über die letzten zwölf Monate auf minus 7,6 Milliarden Dollar. Beide stecken jedes verdiente Geld in Rechenzentren und Chips.

Der Unterschied zu Meta: Alphabet, Microsoft und Amazon vermieten ihre Rechenleistung über die Cloud an andere Firmen. Sie verdienen direkt an der Nachfrage nach KI. Ob das die Ausgaben rechtfertigt, zeigen die Cloud-Zahlen. Darum sind sie für mich in dieser Woche wichtiger als Umsatz und Gewinn je Aktie.

Was erwarten Analysten von Alphabet?

Im zweiten Quartal hat Alphabet 119,8 Milliarden Dollar umgesetzt, 24 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die operative Marge stieg auf 34 Prozent. Google Cloud wuchs um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar. Die Suche legte um 17 Prozent zu, die Werbung auf YouTube um 13 Prozent.

Für das dritte Quartal rechnet der Konsens bei MarketBeat mit rund 128 Milliarden Dollar Umsatz. Das wären etwa 25 Prozent mehr als vor einem Jahr. Beim Gewinn je Aktie liegen die Schätzungen zwischen 2,94 und 3,03 Dollar. Für Google Cloud erwarten Analysten laut Zacks rund 29,2 Milliarden Dollar, ein Plus von über 90 Prozent.

Vorsicht beim Gewinnvergleich. Im zweiten Quartal lag der Gewinn je Aktie bei 9,11 Dollar. Darin steckt ein Buchgewinn von 98 Milliarden Dollar, vor allem aus der Neubewertung von Beteiligungen. Mit dem laufenden Geschäft hat das wenig zu tun.

Worauf achte ich bei Alphabet besonders?

Auf den Cashflow. Alphabet hat im zweiten Quartal 44,9 Milliarden Dollar in Sachanlagen gesteckt. Vor einem Jahr waren es 22,4 Milliarden. Für das Gesamtjahr hat der Konzern seine Planung auf 195 bis 205 Milliarden Dollar angehoben. Die Bank of America rechnet für 2027 mit rund 300 Milliarden.

Um das zu bezahlen, hat Alphabet im Juni neue Aktien und Vorzugsaktien für 49,6 Milliarden Dollar ausgegeben. Dazu kamen Anleihen über 20,3 Milliarden. Für Altaktionäre heißt das: Ihr Anteil am Unternehmen wird verwässert. Bei einem Konzern dieser Größe ist so eine Kapitalerhöhung ein deutliches Signal, wie viel Geld die KI verschlingt.

Der zweite Punkt ist die Suche. Analysten erwarten ein Wachstum von 14 bis 15 Prozent. Fällt es deutlich darunter, kommt die alte Sorge zurück, dass KI-Chatbots das Kerngeschäft von Google angreifen. Bisher spricht wenig dafür. Alphabet meldet, dass KI-Funktionen in der Suche mehr Anfragen bringen. Die Gemini-App hatte zuletzt 950 Millionen Nutzer im Monat.

Der Optionsmarkt preist für den Tag nach den Zahlen eine Kursbewegung von rund 5 Prozent ein, nach oben oder unten. Im Schnitt der vergangenen Quartale waren es eher 4 Prozent.

Was erwarten Analysten von Microsoft?

Microsoft hat sein Geschäftsjahr Ende Juni abgeschlossen. Am Mittwoch kommen also die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027. Microsoft selbst hat einen Umsatz von 89,85 bis 90,95 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Der Konsens liegt bei rund 90,6 Milliarden, das wären knapp 17 Prozent Wachstum. Beim Gewinn je Aktie erwarten Analysten 4,71 bis 4,73 Dollar, nach 4,13 Dollar vor einem Jahr.

Das Vorquartal war stark. Microsoft setzte 90 Milliarden Dollar um, 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Azure und die anderen Clouddienste wuchsen um 43 Prozent. Im ganzen Geschäftsjahr hat Azure erstmals mehr als 100 Milliarden Dollar umgesetzt. Der Auftragsbestand im Firmenkundengeschäft stieg um 84 Prozent auf 678 Milliarden Dollar.

Eingang von Gebäude 17 auf dem Microsoft-Campus in Redmond, Microsoft Quartalszahlen
Foto: Derrick Coetzee, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Für das laufende Quartal hat Microsoft ein Azure-Wachstum von 44 bis 45 Prozent zu konstanten Wechselkursen angekündigt. Die Bank of America rechnet mit 44,8 Prozent, BNP Paribas mit 46 Prozent. Laut Morgan Stanley erwarten große Fondsmanager sogar 47 Prozent. Hier liegt die Falle: Liefert Microsoft genau die eigene Prognose, kann das trotzdem enttäuschen.

Worauf achte ich bei Microsoft besonders?

Auf die Prognose für das Dezember-Quartal. Morgan Stanley schreibt, dass die Aktie gestützt wird, wenn Microsoft für Azure mindestens gleichbleibendes Wachstum in Aussicht stellt. Die Finanzchefin Amy Hood hatte im Juli gesagt, die Nachfrage übersteige weiter das Angebot. Microsoft fehlen also Rechenzentren, nicht Kunden.

Dazu kommen die Investitionen. Im Vorquartal waren es 41 Milliarden Dollar inklusive Leasing. Für das laufende Quartal hat Microsoft mehr als 50 Milliarden angekündigt. Die Bank of America rechnet für das ganze Geschäftsjahr mit rund 221 Milliarden Dollar, ein Plus von 52 Prozent.

Bei Copilot zählt Microsoft inzwischen mehr als 30 Millionen bezahlte Lizenzen. Das ist ein Anfang. Im Vergleich zu den Investitionen bleibt der Beitrag noch klein. Am 17. November will Satya Nadella Investoren außerdem genauer erklären, wie es mit dem KI-Geschäft weitergeht.

Was erwarten Analysten von Amazon?

Amazon gibt als einziger der drei eine feste Spanne vor. Für das dritte Quartal sind es 197 bis 202 Milliarden Dollar Umsatz und 22,5 bis 26,5 Milliarden Dollar operativer Gewinn. Der Konsens liegt mit rund 202 Milliarden Dollar Umsatz am oberen Ende. Beim Gewinn je Aktie rechnen Analysten mit etwa 2 Dollar.

Das Wachstum sieht auf den ersten Blick schwach aus, mit 9 bis 12 Prozent. Der Grund ist der Prime Day. Amazon hat die Aktion dieses Jahr in den Juni verlegt, also ins zweite Quartal. Ohne diesen Effekt wäre das Wachstum laut Amazon fast 4 Prozentpunkte höher. Lass dich davon also nicht täuschen.

Amazon hat seine eigene Gewinnprognose zuletzt 15 Quartale in Folge übertroffen, so zählt es die Bank HSBC. Im zweiten Quartal lag der operative Gewinn mit 27,5 Milliarden Dollar 3,5 Milliarden über dem oberen Ende der Spanne.

Amazon Spheres in Seattle, Zentrale von Amazon vor den Quartalszahlen
Foto: SounderBruce, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Worauf achte ich bei Amazon besonders?

Auf AWS. Die Cloud-Sparte wuchs im zweiten Quartal um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar. Das war das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen. AWS verdiente operativ 16,6 Milliarden Dollar und lieferte damit rund 61 Prozent des Konzerngewinns.

Bei den Erwartungen gehen die Meinungen weit auseinander. Laut Benzinga rechnen Analysten mit 30 bis 35 Prozent Wachstum. HSBC erwartet 36,8 Prozent, die Deutsche Bank sogar 41 Prozent. Diese Spanne ist ungewöhnlich groß. Ein Wert unter 35 Prozent würde nach dem starken Vorquartal als Abschwächung gelesen.

Amazon-Chef Andy Jassy hat im Juli gesagt, dass die Kapazität 2026 nicht für die ganze Nachfrage reichen wird. Deshalb hat Amazon seine Investitionsplanung für 2026 von 200 auf 220 Milliarden Dollar erhöht. Der Auftragsbestand von AWS lag zuletzt bei 496 Milliarden Dollar.

Beim Gewinn je Aktie musst du genau hinsehen. Im zweiten Quartal lag er bei 5,75 Dollar. Darin steckt ein Buchgewinn von 53,4 Milliarden Dollar aus der Beteiligung an Anthropic. Solche Effekte können auch diesmal auftauchen, in beide Richtungen. Der operative Gewinn sagt mehr über das Geschäft.

Die Werbung ist das dritte Standbein. Sie wuchs im zweiten Quartal um 26 Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar. Dieser Bereich hat hohe Margen und hilft, die Investitionen in AWS zu tragen.

Welche Cloud wächst am schnellsten?

Prozentual klar Google Cloud. Das hat aber auch mit der kleineren Basis zu tun. AWS setzte im zweiten Quartal 42,2 Milliarden Dollar um, Google Cloud 24,8 Milliarden. Azure liegt beim Wachstum dazwischen.

Grafik: Umsatzwachstum von Google Cloud, Microsoft Azure und Amazon AWS im Quartal April bis Juni 2026
Grafik: finanzimpuls.net, Daten: Alphabet, Microsoft, Amazon

Alle drei melden steigende Auftragsbestände. Bei Google Cloud waren es zuletzt 514 Milliarden Dollar, bei AWS 496 Milliarden. Bei Microsoft liegt der gesamte Auftragsbestand im Firmenkundengeschäft bei 678 Milliarden Dollar. Die Nachfrage ist also da. Die offene Frage ist, wie viel davon am Ende als Gewinn hängen bleibt.

Wie können die Zahlen den Markt bewegen?

Stark. Die drei Konzerne gehören zu den größten Unternehmen der Welt. Wer einen MSCI World oder einen Nasdaq-100-ETF hat, hält sie automatisch.

Nach den Meta-Zahlen hat der Nasdaq 100 an einem Tag 2,9 Prozent verloren. Auch der DAX schloss gut 1 Prozent tiefer. Das zeigt, wie eng die Märkte gerade an der KI-Frage hängen. Enttäuschen Alphabet, Microsoft und Amazon gemeinsam, wird auch dein breiter ETF das spüren. Überzeugen sie, kann sich die Stimmung genauso schnell wieder drehen.

Am Mittwoch fällt die Fed-Entscheidung zwei Stunden vor den Zahlen. Das macht den Abend besonders. Ein strenger Ton von Warsh und schwache Cloud-Zahlen am selben Abend wären die ungünstigste Mischung.

Sollte ich vor den Zahlen kaufen oder verkaufen?

Ich würde vor den Zahlen keine großen Einzelpositionen aufbauen. Bei Ausschlägen von 5 Prozent in beide Richtungen ist das eher eine Wette als eine Anlage. Wer schon investiert ist, hat keinen Grund, nur wegen der Zahlen hektisch zu verkaufen.

Wenn du einen Sparplan auf eine der Aktien oder auf einen ETF hast, lass ihn laufen. Genau für solche Wochen ist ein Sparplan gedacht. Fällt der Kurs, kaufst du automatisch mehr Anteile.

Wer gezielt einsteigen will, kann die Zahlen abwarten und danach in Tranchen kaufen. Dann weißt du, woran du bist. Du verpasst vielleicht ein paar Prozent, wenn es nach oben geht. Dafür vermeidest du, direkt vor einem Rücksetzer zu kaufen.

Wie ordne ich die drei Aktien vor den Zahlen ein?

Microsoft halte ich für die berechenbarste der drei. Der Auftragsbestand ist riesig. Anders als Alphabet hat Microsoft im Vorquartal trotz der hohen Investitionen mehr Geld eingenommen als ausgegeben. Das Risiko liegt in den hohen Erwartungen. Die Aktie notiert nahe am Jahreshoch.

Amazon hat die niedrigste Hürde. Der Prime-Day-Effekt drückt die Zahlen optisch, und Amazon schlägt die eigene Prognose fast immer. Wenn AWS über 35 Prozent liegt, sehe ich gute Chancen auf eine positive Reaktion.

Alphabet ist für mich die spannendste und die riskanteste Aktie der Woche. Das Cloud-Geschäft wächst am schnellsten, das KGV liegt auf Basis der erwarteten Gewinne der nächsten zwölf Monate bei rund 24,6. Das ist für diesen Konzern nicht teuer. Aber ein negativer Free Cashflow und die Ausgabe neuer Aktien passen nicht zu dem Bild, das viele Anleger von Google haben. Kann Alphabet zeigen, dass sich die Ausgaben auszahlen, ist nach dem Rückgang seit Mai Luft nach oben.

Wo kann ich Alphabet, Microsoft und Amazon kaufen?

Alle drei Aktien bekommst du bei jedem großen Online-Broker, auch als Sparplan. Bei Scalable Capital * kannst du Einzelaktien und ETFs handeln und besparen. Bei finanzen.net zero * sind Orders ab 500 Euro laut Anbieter kostenlos. Auch bei Trade Republic * kannst du alle drei Aktien kaufen und als Sparplan anlegen.

Wenn du die Kursreaktion direkt an der Nasdaq handeln willst, brauchst du einen Broker mit Zugang zu US-Börsen. Dafür kannst du dir CapTrader * ansehen. Für die meisten Privatanleger reicht der Handel in Deutschland völlig aus.

Für wen sind die Aktien geeignet – und für wen eher nicht?

Die drei Aktien passen zu dir, wenn du langfristig anlegst und an das Wachstum von Cloud und KI glaubst. Sie sind sehr liquide und stecken in fast jedem Weltportfolio. Wenn du schon einen MSCI-World-ETF hast, bist du allerdings bereits investiert. Eine zusätzliche Einzelaktie erhöht dein Klumpenrisiko in US-Technologie.

Eher nicht geeignet sind sie für dich, wenn du starke Schwankungen schlecht aushältst. Minus 20 Prozent in wenigen Monaten wie bei Alphabet seit Mai sind bei diesen Aktien normal. Wer das Geld in den nächsten zwei, drei Jahren braucht, sollte es nicht in einzelne Tech-Werte stecken.

Fazit

Diese Woche entscheidet mit, wie es im Herbst an der Börse weitergeht. Die Zinsentscheidungen von Fed und EZB dürften wenig Überraschung bringen. Die Musik spielt bei den Cloud-Zahlen. Für Microsoft liegt die Latte hoch, für Amazon eher niedrig. Bei Alphabet kommt es auf den Cashflow an. Ich setze nicht auf einen bestimmten Ausgang und kaufe vor den Zahlen nichts nach. Wer langfristig investiert, sollte die Woche aufmerksam verfolgen, aber nicht in Hektik verfallen.

Häufige Fragen

Wann veröffentlichen Alphabet, Microsoft und Amazon ihre Zahlen?

Alphabet und Microsoft am Mittwoch, 28. Oktober 2026, Amazon am Donnerstag, 29. Oktober 2026. Die Zahlen kommen jeweils kurz nach 21 Uhr deutscher Zeit, nach Börsenschluss in New York.

Um wie viel Uhr entscheidet die Fed?

Am Mittwoch, 28. Oktober, um 19 Uhr deutscher Zeit. Die Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh beginnt um 19:30 Uhr. Erwartet wird, dass der Leitzins bei 3,75 bis 4,00 Prozent bleibt.

Ändert die EZB diese Woche den Leitzins?

Sehr wahrscheinlich nicht. Der Terminmarkt sieht eine Pause mit 96 Prozent Wahrscheinlichkeit. Der Einlagensatz dürfte bei 2,50 Prozent bleiben. Eine Erhöhung gilt erst im Dezember als wahrscheinlich.

Warum ist der Free Cashflow bei Alphabet negativ?

Weil Alphabet im zweiten Quartal 44,9 Milliarden Dollar in Rechenzentren und Technik investiert hat. Das war mehr, als das operative Geschäft mit 39,1 Milliarden Dollar eingebracht hat. Daraus ergab sich ein Free Cashflow von minus 5,9 Milliarden Dollar.

Betreffen die Zahlen auch meinen ETF?

Ja, wenn du einen ETF auf den MSCI World, den S&P 500 oder den Nasdaq 100 hast. Alphabet, Microsoft und Amazon gehören dort zu den größten Positionen. Starke Kursbewegungen der drei schlagen deshalb spürbar auf deinen ETF durch.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.