DAX springt über 26.000 Punkte: Alphabet mit Rekordabsturz, Amazon enttäuscht, Lagarde geht

Der DAX hat die Marke von 26.000 Punkten zurückerobert und 1,31 Prozent höher bei 26.039,68 Punkten geschlossen. An der Wall Street lief es ganz anders: Alphabet brach um 12,6 Prozent ein und erlebte den schlechtesten Börsentag seiner Geschichte, nach Börsenschluss rutschte auch Amazon nach eigenen Zahlen ab. Dazu kamen eine EZB, die stillhält, und eine Präsidentin, die früher geht als geplant.

Hallo und schön, dass du da bist. Heute war einer dieser Tage, an denen Europa und die USA in verschiedenen Filmen saßen. Hier bei uns gab es Erleichterung, Rekorde in der Schweiz und gute Laune bei Adidas. Drüben gab es die harte Rechnung für die KI-Milliarden. Ich gehe mit dir der Reihe nach durch, was passiert ist und warum.

Balkengrafik: DAX, MDax, SMI und Euro Stoxx 50 im Plus, Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq im Minus
Grafik: finanzimpuls.net

Kurzfassung, falls du nicht alles lesen willst

  • Der DAX steigt um 1,31 Prozent auf 26.039,68 Punkte und liegt damit so hoch wie seit Anfang September nicht mehr.
  • Alphabet verliert 12,6 Prozent und rund 500 Milliarden Dollar Börsenwert. Die Suchwerbung wächst zu langsam, die Investitionen fressen den Cashflow.
  • Amazon verfehlt nach Börsenschluss die Umsatzerwartung, die Aktie fällt nachbörslich um bis zu 10 Prozent. Die Cloud-Sparte AWS überzeugt dagegen.
  • Die EZB lässt den Einlagenzins bei 2,50 Prozent. Christine Lagarde kündigt ihren Rücktritt zum 7. Februar 2027 an.
  • Die US-Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 3,4 Prozent, die Inflation nach dem PCE-Index steigt auf 3,6 Prozent.

Die Indizes zum Handelsschluss

Ein Blick auf die Zahlen zeigt das Bild des Tages ziemlich deutlich. Europa im Plus, die Technologiebörse Nasdaq klar im Minus. Der S&P 500 und der Dow Jones verloren dagegen nur wenig, weil viele Werte abseits der großen Tech-Konzerne zulegten.

Index Schluss Veränderung
DAX 26.039,68 +1,31 %
MDax 30.798,65 +1,23 %
Euro Stoxx 50 6.207,07 +0,64 %
SMI 14.756,86 +1,21 %
Dow Jones 52.342,56 −0,25 %
S&P 500 7.720,39 −0,30 %
Nasdaq Composite 26.184,72 −1,38 %
Nikkei 225 64.659,47 +1,1 %
Hang Seng 22.958,65 −0,59 %

DAX: zurück über 26.000 Punkte

335 Punkte Plus an einem Tag, das ist für den DAX kein Alltag. Gestartet war der Leitindex bei 25.724 Punkten, im Verlauf ging es bis auf 26.106 Punkte nach oben. Zum ersten Mal seit mehr als sieben Wochen stand wieder eine 26 vorne. Auch nach dem offiziellen Schluss blieb die Stimmung freundlich, gegen 22 Uhr lag der DAX im außerbörslichen Handel bei rund 26.080 Punkten.

Woher kam der Rückenwind? Zum einen aus den Unternehmenszahlen, die in Deutschland besser ankamen als erwartet. Zum anderen von den Anleihen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank um 3 Basispunkte auf 3,35 Prozent. Sinkende Renditen machen Aktien im Vergleich attraktiver. Und dann war da noch die EZB, die keine neue Unruhe brachte. Dazu weiter unten mehr.

Spannend ist der Unterschied zu den USA. Der DAX ist kein Tech-Index. Hier haben Autobauer, Industrie, Banken und Konsumwerte großes Gewicht. Deshalb trifft ihn eine Enttäuschung bei Alphabet viel weniger als die Nasdaq. Heute war das ein Vorteil.

Adidas vorn, Vonovia hinten

Adidas war mit einem Plus von 5,8 Prozent der stärkste DAX-Wert. Der Sportartikelhersteller rechnet im vierten Quartal wieder mit Wachstum, nachdem das Europa-Geschäft zuletzt schwächer gelaufen war. Anleger hatten offenbar Schlimmeres befürchtet. Am Freitag legt der Rivale Puma seine Zahlen vor. Dann zeigt sich, ob die ganze Branche aufatmen kann oder ob Adidas eine Ausnahme ist.

Bemerkenswert war Volkswagen. Die Vorzugsaktie stieg um 1,7 Prozent, obwohl der Konzern tiefrote Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt hat. Belastet haben eine milliardenschwere Abschreibung auf die Beteiligung an Porsche, das schwache China-Geschäft und Kosten für den Umbau. Die Analysten von JPMorgan hoben dagegen die hohe Liquidität hervor. Manchmal zählt an der Börse eben weniger, was gerade schiefläuft, als die Frage, ob genug Geld da ist, um es zu reparieren.

Am Ende des DAX stand Vonovia mit einem Minus von 3 Prozent. Der Wohnungskonzern sieht sein operatives Ergebnis in diesem Jahr nur in der unteren Hälfte der eigenen Spanne. Auch die Deutsche Bank war gefragt, während der Duftstoffhersteller Symrise zu den schwächeren Werten zählte.

Weitere Aktien, die heute auffielen

  • Salzgitter: Der Stahlkonzern hob sein Ziel erneut an. Die Aktie sprang um gut 11 Prozent und war damit der beste Wert im MDax.
  • Knorr-Bremse: Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis lagen unter den Erwartungen. Die Aktie fiel um fast 7 Prozent und landete am Ende des MDax.
  • Basler: Der Kameraspezialist erhöhte seinen Ausblick, die Aktie gewann gut 13 Prozent.
  • Heidelberger Druck: Hier ging es in die andere Richtung. Der Druckmaschinenbauer kappte seine Prognose, die Aktie verlor rund 11 Prozent und war Schlusslicht im SDax.
  • Samsung Electronics: Enttäuschende Zahlen drückten die Aktie in Seoul um 4,1 Prozent. Der koreanische Kospi gab 1,2 Prozent nach.

Auch in der Schweiz war Feierlaune. Der SMI stieg um 1,21 Prozent und erreichte im Verlauf bei 14.861 Punkten ein neues Allzeithoch. In Asien war das Bild gemischt: Tokio legte zu, Shanghai und Hongkong gaben nach.

Balkengrafik der Tagesveränderung von Alphabet, Caterpillar, Amazon, Microsoft, Adidas und Salzgitter
Grafik: finanzimpuls.net

Alphabet: der schlechteste Tag seit dem Börsengang

Minus 12,6 Prozent. So viel hat die Google-Mutter Alphabet noch nie an einem Tag verloren, seit sie 2004 an die Börse ging. Der alte Rekord stammte aus dem Corona-Crash im März 2020 mit gut 11,6 Prozent. Rund 500 Milliarden Dollar Börsenwert sind weg. Nur einmal hat ein US-Unternehmen an einem einzigen Tag noch mehr verloren: Nvidia im Januar 2025.

Dabei sah die Überschrift gar nicht schlecht aus. Der Umsatz wuchs um 25 Prozent auf 127,6 Milliarden Dollar und lag damit knapp über der Erwartung. Die Cloud-Sparte hat ihren Umsatz sogar mehr als verdoppelt. Das Problem steckt in den Details. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,12 Dollar, erwartet waren 3,02 Dollar. Die Suchwerbung, das Herz des Geschäfts, wuchs nur um 12 Prozent auf 63,35 Milliarden Dollar. Das ist das langsamste Wachstum seit fünf Quartalen.

Ein Grund dafür ist ausgerechnet Googles eigene KI. Im neuen „AI Mode“ der Suche werden weniger Anzeigen ausgespielt. Das Management sagt, man arbeite daran, und erste Tests mit Werbung im AI Mode seien vielversprechend. Die Börse wollte darauf nicht warten. Die Analysten von JPMorgan schrieben, die Abkühlung im Suchgeschäft sei steiler als gedacht.

Noch schwerer wiegt das Geld, das hinausfließt. Alphabet bestätigte Investitionen von 195 bis 205 Milliarden Dollar für dieses Jahr. Der freie Cashflow lag im Quartal bei minus 9,07 Milliarden Dollar, Analysten hatten nur mit minus 2,7 Milliarden gerechnet. Ein Konzern, der jahrelang Geld wie eine Druckmaschine erzeugt hat, verbrennt plötzlich mehr, als er einnimmt. Die Finanzchefin erklärte, zugekaufte Rechenleistung sei erst ganz am Ende des Quartals in Betrieb gegangen. Das soll sich später auszahlen. Doch genau diese Wette auf später ist es, die viele Anleger gerade nervös macht.

Ich hatte dir in meiner Vorschau auf die Quartalszahlen von Alphabet, Microsoft und Amazon geschrieben, dass die Frage nach dem Ertrag der KI-Investitionen diese Berichtssaison prägen wird. Heute hat der Markt seine Antwort deutlich gegeben.

Microsoft: starke Zahlen, aber kein Feuerwerk

Microsoft hat am Mittwochabend ebenfalls berichtet, und hier lief vieles besser. Der Gewinn je Aktie lag bei 4,89 Dollar statt der erwarteten 4,72 Dollar, der Umsatz bei 92,28 Milliarden statt 90,61 Milliarden Dollar. Die Cloud-Plattform Azure wuchs um 48 Prozent. Und Microsoft verdient trotz hoher Investitionen weiter Geld: Der freie Cashflow sank zwar um 27 Prozent, blieb mit 18,63 Milliarden Dollar aber klar positiv.

Interessant ist ein Detail, das wenig Schlagzeilen machte. Microsoft senkte die Prognose für die Investitionen im laufenden Geschäftsjahr von 175 auf 170 Milliarden Dollar. Nicht aus Sparsamkeit, sondern weil Partner bei den Grafikprozessoren nicht rechtzeitig liefern. Kapazität rutscht damit ins erste Halbjahr 2027. Für Anbieter von gemieteter Rechenleistung wie CoreWeave, Nebius oder IREN und für Oracle war das eine schlechte Nachricht, ihre Aktien fielen.

Vorbörslich lag die Microsoft-Aktie noch fast 3 Prozent im Plus. Zum Handelsschluss war davon praktisch nichts mehr übrig, die Aktie schloss nahezu unverändert. Der Sog von Alphabet zog am Ende auch hier. Meta und Apple dagegen schlossen im Plus.

Serverschränke in einem Rechenzentrum, im Hintergrund ein Bildschirm mit fallender roter Kurslinie

Amazon nach Börsenschluss: Umsatz knapp verfehlt

Schon im regulären Handel verlor Amazon rund 4 Prozent. Nach der Glocke kamen die Zahlen, und die Aktie rutschte im nachbörslichen Handel zeitweise um bis zu 10 Prozent ab. Der Umsatz lag bei 201,94 Milliarden Dollar und damit knapp unter den erwarteten 202,31 Milliarden. Der Gewinn je Aktie betrug 1,89 Dollar, erwartet waren 1,96 Dollar.

Die gute Nachricht kam aus der Cloud. Amazon Web Services wuchs um 39 Prozent auf 45,98 Milliarden Dollar und schlug die Erwartung. Konzernchef Andy Jassy stellt für 2027 und 2028 sogar Wachstum von über 40 Prozent in Aussicht. Schwach waren dagegen die Werbung mit 19,64 Milliarden Dollar und der Online-Shop, der nur um 2 Prozent zulegte. Ein Teil davon hat einen simplen Grund. Amazon hatte seinen Prime Day wegen der Fußball-WM im Juli ins zweite Quartal vorgezogen. Diese Umsätze fehlen jetzt im dritten Quartal.

Das größere Thema ist auch hier das Geld. Auf zwölf Monate gerechnet liegt der freie Cashflow bei minus 42,4 Milliarden Dollar, ein Quartal zuvor waren es minus 7,6 Milliarden. Die Investitionen von 220 Milliarden Dollar für dieses Jahr bleiben bestehen. Für das vierte Quartal erwartet Amazon einen Umsatz von 240 bis 247 Milliarden Dollar. Analysten liegen mit 244,5 Milliarden ziemlich genau in der Mitte. Ob der nachbörsliche Rückschlag sich am Freitag hält, ist offen. Nachbörsliche Kurse sind oft dünn gehandelt und schwanken stark.

Caterpillar zieht den Dow nach unten

Dass die Sorge um die KI-Ausgaben nicht nur Tech-Konzerne trifft, zeigte Caterpillar. Der Baumaschinenhersteller verkauft auch Generatoren und Motoren für Rechenzentren und war zuletzt ein Gewinner des KI-Booms. Heute fiel die Aktie um 9,2 Prozent, das war nach Alphabet der zweitschwächste Wert im Dow Jones.

Die Zahlen selbst waren solide. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg auf 7,20 Dollar und lag über der Erwartung. Der Auftragsbestand erreichte mit 78,1 Milliarden Dollar einen Rekord. Doch er wuchs langsamer als in den Quartalen davor, und einige hatten auf 80 Milliarden gehofft. Für das Gesamtjahr bestätigte Caterpillar ein Umsatzplus im mittleren bis hohen zweistelligen Prozentbereich. Analysten hatten mit eher 18 Prozent gerechnet. Zölle, teure Fracht und der langsame Ausbau der Produktion bremsen.

Die Lehre aus Caterpillar ist einfach: Wer gerade knapp über den Erwartungen landet, wird bestraft. Ein Analyst sprach von einem „Riss in der Rüstung“. Bei so hohen Bewertungen reicht gut eben nicht mehr.

Die Wall Street ist breiter, als der Nasdaq zeigt

Trotz des Minus im S&P 500 sind rund 80 Prozent der Werte im Index gestiegen. 9 von 11 Sektoren lagen im Plus, im Dow waren es 23 von 30 Werten. Die Nebenwerte im Russell 2000 gewannen 1 Prozent. Das ist ein wichtiges Detail. Der Markt ist nicht in Panik, er schichtet um. Raus aus einigen großen KI-Namen, rein in den Rest. Chipwerte verloren 1,4 Prozent und beendeten eine Serie von vier Gewinntagen.

Insgesamt läuft die Berichtssaison übrigens gut. 253 Unternehmen aus dem S&P 500 haben bisher berichtet, 81 Prozent davon lagen über den Erwartungen. Für das dritte Quartal wird ein Gewinnwachstum von 31 Prozent erwartet.

EZB hält still, Lagarde geht früher

Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen nicht verändert. Der Einlagenzins bleibt bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent. Das war so erwartet. Dabei ist die Lage nicht einfach. Die Inflation im Euroraum lag im September bei 3,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im August. Energie war 18,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Die EZB will von Sitzung zu Sitzung entscheiden. Viele Ökonomen rechnen mit einer Zinserhöhung im Dezember. Lagarde sagte dazu nur, die Richtung sei ziemlich klar. Ein Vermögensverwalter brachte es knapp auf den Punkt: „Die Zinspause ist richtig.“

Euro-Geldscheine und Münzen auf einem Holztisch neben einer Messingglocke und einem Ausdruck mit grüner Kurve

Die eigentliche Überraschung kam aber zum Schluss. Christine Lagarde tritt zum 7. Februar 2027 vorzeitig zurück, direkt nach der EZB-Sitzung im Februar. Hintergrund ist die Präsidentschaftswahl in Frankreich im April 2027. Gehandelt werden vor allem der Niederländer Klaas Knot und der Spanier Pablo Hernández de Cos. Bundesbankpräsident Joachim Nagel gilt als chancenlos.

Die US-Notenbank Fed hatte bereits am Mittwoch entschieden und den Leitzins bei 3,75 bis 4,00 Prozent belassen. Sie beschreibt das Wachstum jetzt als stark statt solide. Ein Signal, dass der Zinsgipfel erreicht ist, gab es nicht.

US-Wirtschaft wächst kräftig, Inflation zieht an

Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 3,4 Prozent gewachsen. Erwartet waren 3,1 Prozent, im zweiten Quartal waren es 2,2 Prozent. Gleichzeitig steigen die Preise. Der PCE-Preisindex, das Lieblingsmaß der Fed, legte im September um 0,5 Prozent zum Vormonat zu. Auf Jahressicht sind es 3,6 Prozent. Ohne Energie und Lebensmittel liegt die Rate bei 3,1 Prozent.

Die Verbraucher geben weiter Geld aus, die Konsumausgaben stiegen um 0,5 Prozent. Die Einkommen wuchsen aber nur um 0,2 Prozent, die Sparquote sank auf 3,8 Prozent. Die Amerikaner kaufen also zum Teil auf Kosten ihrer Rücklagen ein. Für die Fed ist das eine schwierige Mischung. Starkes Wachstum und hohe Inflation sprechen nicht für baldige Zinssenkungen.

Öl, Gold und Euro

Der Ölpreis bleibt hoch, gab heute aber leicht nach. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am Abend knapp 115 Dollar. Gold verlor knapp 1 Prozent und hielt sich knapp über 4.000 Dollar. Silber und Platin gaben deutlicher nach. Der Euro legte leicht zu und notierte am späten Abend bei rund 1,118 Dollar.

Rohstoffe und Devisen am Abend

  • Brent: 114,95 Dollar je Fass (−0,32 %)
  • WTI: 102,37 Dollar je Fass (−0,40 %)
  • Gold: 4.019,60 Dollar je Feinunze (−0,84 %)
  • Silber: 52,15 Dollar je Feinunze (−3,12 %)
  • Erdgas TTF: 99,99 Euro je Megawattstunde (−2,26 %)
  • Euro: rund 1,118 Dollar (+0,27 %)

Der hohe Ölpreis ist ein Grund dafür, dass die Inflation auf beiden Seiten des Atlantiks so hartnäckig ist. Energie zieht sich durch fast alle Preise, vom Transport bis zur Produktion. Solange Brent über 100 Dollar liegt, werden die Notenbanken kaum lockerer.

Der Blick auf die nächsten Tage

Der Freitag ist voll. In der Nacht entscheidet die Bank of Japan über ihre Zinsen. Am Vormittag kommen die ersten Zahlen zum Wirtschaftswachstum im dritten Quartal für Deutschland und den Euroraum, am Nachmittag die vorläufige Inflationsrate für Deutschland im Oktober. Nach den hohen Werten im September wird sie genau beobachtet, gerade mit Blick auf die EZB-Sitzung im Dezember.

Bei den Unternehmen legen unter anderem Puma, Audi, Fuchs und Hella Zahlen vor. In den USA berichten die Ölriesen ExxonMobil und Chevron sowie AbbVie. Spannend wird auch, wie Amazon im regulären Handel eröffnet. Die nächsten US-Daten zur PCE-Inflation folgen am 25. November.

Wenn du nachlesen willst, wie die Woche angefangen hat: Im Börsenbericht vom Dienstag ging es um Chipwerte, Mercedes und Boeing.

Was heißt das für dein Depot?

Erst mal nichts Dramatisches. Wenn du breit gestreut in einen ETF auf den MSCI World oder den S&P 500 investierst, hast du heute zwar etwas verloren, aber längst nicht so viel wie die Schlagzeilen vermuten lassen. Die meisten Aktien sind gestiegen. Was der Tag aber zeigt: Die großen Tech-Konzerne haben ein enormes Gewicht in diesen Indizes. Wenn einer von ihnen 12 Prozent verliert, spürst du das.

Ein Blick in dein Depot kann deshalb nicht schaden. Wie hoch ist dein Anteil an US-Tech wirklich, wenn du alle ETFs zusammenrechnest? Viele sind überrascht. Bei Brokern wie Scalable Capital * oder finanzen.net zero * siehst du die Aufteilung deiner Anlagen in der App recht schnell. Und wer gerade erst anfängt, für den sind Tage wie heute eine gute Erinnerung, dass Sparpläne gerade dann sinnvoll sind, wenn die Kurse schwanken.

Fazit

Der Donnerstag hat gezeigt, wie gespalten der Markt gerade ist. In Deutschland gab es solide Zahlen, sinkende Renditen und einen DAX über 26.000 Punkten. In den USA hat die Börse den KI-Konzernen eine klare Botschaft geschickt: Investieren ist gut, aber irgendwann muss das Geld zurückkommen. Alphabet hat das am härtesten zu spüren bekommen, Amazon könnte am Freitag folgen. Die gute Nachricht: Der breite Markt hält sich. Und mit der EZB-Entscheidung im Dezember und der Lagarde-Nachfolge hat Europa ab jetzt sein eigenes großes Thema.

Häufige Fragen

Warum ist die Alphabet-Aktie so stark gefallen?

Der Gewinn je Aktie lag deutlich unter der Erwartung, die Suchwerbung wuchs nur um 12 Prozent und der freie Cashflow war wegen der hohen KI-Investitionen klar negativ. Das Minus von 12,6 Prozent war der größte Tagesverlust seit dem Börsengang 2004.

Wo steht der DAX nach dem Handelstag?

Der DAX schloss bei 26.039,68 Punkten, ein Plus von 1,31 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Anfang September.

Hat die EZB die Zinsen erhöht?

Nein. Der Einlagenzins bleibt bei 2,50 Prozent. Viele Ökonomen rechnen wegen der Inflation von 3,8 Prozent aber mit einer Erhöhung im Dezember.

Wann tritt Christine Lagarde zurück?

Die EZB-Präsidentin hört zum 7. Februar 2027 auf, also nach der EZB-Sitzung im Februar und vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April 2027.

Wie haben die Amazon-Zahlen die Aktie bewegt?

Amazon verfehlte die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn je Aktie knapp. Nachbörslich fiel die Aktie zeitweise um bis zu 10 Prozent, obwohl die Cloud-Sparte AWS um 39 Prozent wuchs.

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